Wie Urlauber und Überwinterer im Ausland an ihr Geld kommen

Mit Kreditkarte zahlen ist im Ausland ja ganz einfach und weltweit akzeptiert. Was tun, wenn die Karte weg ist? Wie kommen Urlauber und Überwinterer im Ausland an Geld?

Ein längerer Urlaub, Überwintern oder gar dauerhaftes Auswandern ins Ausland ist für viele Rentner und Pensionäre längst eine attraktive Option. Die Hauptgründe sind vor allem das schöne Wetter und die niedrigen Lebenshaltungskosten – auch und gerade außerhalb der EU. Thailand und die Türkei sind bei Deutschen überaus beliebt. Wer länger bleiben will, muss natürlich einiges mit Rente, Versicherung und Fiskus klären; für Überwinterer ist es einfacher.

Beiden kann es indes passieren, dass Geld, Karte und Pässe gestohlen werden. Dann heißt es, schnell aktiv zu werden: Zuerst einmal die Karte sperren lassen und parallel dazu „Kuno“ nutzen, ein freiwilliges System von Polizei und Wirtschaft zur Reduzierung von Betrug im elektronischen Lastschriftverfahren.

Was tun bei Karten- und Pass-Verlust?

Stehlen Kriminelle EC- oder Kreditkarte – das gilt auch, wenn sie verloren gehen – im Ausland, dann greift der Bestohlen am besten sofort zum Telefon und lässt die Karte sperren. Wer sich zu viel Zeit lässt, so kann ihm das angelastet werden. Bei grober Fahrlässigkeit haftet der Herausgeber der Karte nicht. Einige Kartenfirmen verlangen eine Selbstbeteiligung von 150 Euro. Übrigens, der Karten-Sperr-Notruf ist 24 Stunden an sieben Tagen die Woche erreichbar – unter bundesweit 116116 oder vom Ausland 0049 116116, es geht auch unter 0049 030 4050 4050.

Bei Verlust von Personalausweis, Führerschein, Reisepass oder sonstigen wichtigen Dokumenten hilft die deutsche Botschaft oder das Konsulat. Zeitnahe Ausstellung von Ersatzdokumenten kann besonders wichtig sein, wenn diese an Grenzen oder Flughäfen benötigt werden. Ebenso hilft die deutsche Botschaft auch bei der Kontaktaufnahme zu Familie oder Freunden in der Heimat sowie bei der ersten Notfallversorgung mit Bargeld.

Bei Geldverlust – Finanztransfer ins Ausland

Schnell wieder zu Geld zu kommen nach dem Verlust von Karte und Pass – kein Problem: Es gibt ja die Blitzüberweisung. Überweisungen innerhalb des SEPA (Single Euro Payments Area), also im EU-Ausland, sind schnell und kostengünstig möglich. Beim außereuropäischen Ausland stellt sich oft das Problem sehr hoher Gebühren und langer Bearbeitungszeit.

Da hilft der Online-Geldtransferdienstleister Azimo weiter. Der Zahlungsdienst bedient über 190 Staaten und verschiedene Währungen bei Auslandsüberweisungen. Die Gesamtkosten übersteigen selten mehr als ein bis zwei Prozent der Überweisungssumme, sprich, vergleichsweise günstig, bei herkömmlichen Überweisungen sind meist drei bis vier Prozent fällig. Allerdings kommt da ja auch noch der Wechselkurs dazu. Wie lange so eine Überweisung dauert? Bei Azimo beispielsweise zwischen zwei und vier Tagen, abhängig von der Einzahlungsart.




Wie beeinflussen Licht und Farben die Stimmung?

Die Tage werden kürzer, da stellt sich bei manchen der Blues ein. Dagegen lässt sich etwas tun – mit Licht und Farbe. Wie beeinflussen Licht und Farben die Stimmung? Ein Raum kann noch so gemütlich eingerichtet sein – wenn die Lichtverhältnisse nicht stimmen, wirkt er unbehaglich. Wohnlich wird es eben erst, wenn Lampen und Farben eine harmonische Einheit bilden. Hier ein paar hilfreiche Tipps, um die eigenen vier Wände ins rechte Licht zu rücken.

Beleuchtung als Wohlfühlfaktor

Die Beleuchtung eines Raums entscheidet darüber, ob sich ein Mensch wohl fühlt oder unwohl. Dabei heißt „Beleuchtung“ auch: natürliches Licht. Sonne ist besser als Lampen, deswegen spielen große Fenster, die viel Licht einlassen, eine wichtige Rolle. In unseren Breiten scheint die Sonne jedoch gerade im Herbst und Winter seltener; manchmal schiebt sich auch eine dicke Wolkendecke davor. Diesen Mangel an natürlichem Licht gleichen wir durch Halogenlampen und LEDs aus – Glühlampen sind Auslaufmodell.

Und, je älter wir werden, desto mehr Licht brauchen wir. Es ist unbestreitbar, dass die Sehkraft mit dem Alter abnimmt, ob wir es wollen oder nicht. Das lässt sich problemlos durch angepasste Beleuchtung ausgleichen – das gilt für innen und außen.

Welche Lampe passt zu mir? Einfache Frage, differenzierte Antwort. Es kommt bei der Auswahl der passenden Lampen darauf, um welche Beleuchtungszone es geht. Die Experten unterscheiden drei Beleuchtungszonen:

  • Grundbeleuchtung
  • Lese- oder Arbeitslicht
  • Akzent- oder Dekolicht

Um den Hintergrund auszuleuchten, eignen sich Wandleuchten sowie Hängeleuchten. Arbeitsplatz und Leseecken lassen sich optimal mit spezielle Leuchten ausleuchten, deren Licht sich zielgenau ausrichten und einstellen lässt. Verspielte Akzente setzen dekorative Lichtquellen. Ob Kronleuchter, Laterne oder Tischlampe – bei der Auswahl sind dem individuellen Geschmack keine Grenzen gesetzt. Unterschiedliche Leuchten tragen dazu dabei, eine wohnliche und gleichzeitig persönliche Atmosphäre zu schaffen.

Wie wirken Farben aufs Gemüt?

Umfragen kommen immer zu demselben Ergebnis: Unangefochtener Spitzenreiter unter den Lieblingsfarben der Deutschen ist nach wie vor Blau, gefolgt von Rot und Grün. Also Blau für die eigenen vier Wände – oder doch lieber Rot? Die eigenen vier Wände farblich zu gestalten will gut überlegt sein, denn Farben vermitteln Stimmungen und können negative Gefühle auslösen, wenn sie nicht zum Rest der Einrichtung passen.

Hier ein kurzer Überblick, welche Stimmung die vier Farben auslösen können:

  • Blau: vergrößert Räume optisch, kann je nach Abstufung kühl oder beruhigend wirken
  • Rot: wirkt dynamisch und anregend, zu viel Rot kann Unruhe auslösen und sogar den Blutdruck in die Höhe treiben
  • Grün: fördert die Kreativität und wirkt entspannend, erinnert an Pflanzen und Natur
  • Gelb: strahlt Wärme aus, je nach Dosis kann Gelb anregend oder aufregend wirken

In Kombination mit farbigem Licht kann die Wirkung der gewählten Einrichtungsfarben noch verstärkt werden und den besonderen Charme eines Wohnraumes betonen.

Bild: © istock.com/Johnny Greig




Fürchtet euch vor Altersarmut – Rente wird nicht reichen

Keine Angst vor Altersarmut? Viele sollten sich aber vor Altersarmut fürchten, denn sie droht allen, die nicht auch noch privat vorsorgen. Im neuen Alterssicherungsbericht 2016 warnt jetzt auch die Bundesregierung vor Altersarmut. Wer sich nur auf die gesetzliche Rente verlässt, ist verlassen. Die gesetzliche Rente wird künftig nicht für ein auskömmliches Einkommen im Ruhestand reichen. Das Rentenniveau sinkt weiter von derzeit 48 Prozent auf 43 Prozent im Jahr 2030. Ab 2025, also in neun Jahren, geht es dann rapide nach unten: von 46,4 auf 45 und schließlich auf 43 Prozent, letztlich bis zum Jahr 2045 sogar auf 41,6 Prozent, wenn der Gesetzgeber nicht dagegen hält.

Die ungeschönte Wahrheit von Armutsforscher Stefan Sell

Die ungeschönte Wahrheit!Stefan Sell spricht Klartext über die Gehirnwäsche die wir seit Anfang der 90er Jahre erleben, und die kommende große Welle der Altersarmut in Deutschland.Stefan Sell ist ein deutscher Sozialwissenschaftler. Er ist Professor für Volkswirtschaftslehre, Sozialpolitik und Sozialwissenschaften am RheinAhrCampus Remagen der Hochschule Koblenz.

Posted by Der Infoblog on Donnerstag, 16. Juni 2016

Große Versorgungslücke im Alter

Für viele öffnet sich da eine gewaltige Versorgungslücke im Vergleich zum letzten Gehalt. Wer nicht rechtzeitig extra vorgesorgt hat, schaut im Alter in die Röhre. „Ein erhebliches Risiko“ bestehe vor allem für Geringverdiener, mahnt die Bundesregierung. Das ist freilich noch ziemlich untertrieben. Geringverdiener werden im Alter zu Hartz-IV-Empfängern, sorry, das heißt ja Grundsicherung.

Analyse von Sahra Wagenknecht über das deutsche Rentensystem

Das ist alles nichts neues, offensichtlich ist es noch immer vielen Bürgern nicht bewusst, was da auf sie zukommt. Von Angst oder Beklemmung kann keine Rede sein – „ist ja alles noch so weit weg“. Erst wenn der Rentenbeginn naht, wachen einige auf. Dann ist es allerdings zu spät. Altersvorsorge ist ein Langfristprojekt.

Alterssicherungsbericht 2016

Seit dem letzten Alterssicherungsbericht sind vier Jahre vergangen. Die Lage hat sich leider nicht verbessert, sondern verschlechtert. Der Alterssicherungsbericht umfasst 258 Seiten. Nur so viel vorweg, von den schätzungsweise 82 Millionen Menschen, die in Deutschland leben, sind mehr als 17 Millionen 65 Jahre oder älter – und drei Viertel der Altersleistungen kommen aus von der Deutschen Rentenversicherung.

Die Analyse dokumentiere aber auch große Einkommensunterschiede, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. So hätten Männer mit einem Alterseinkommen von netto durchschnittlich gut 1700 Euro fast 600 Euro mehr als Frauen. Auch Beamte hätten ein “überdurchschnittliches Alterseinkommen“: Ihre Pensionen seien mit durchschnittlich 2300 Euro netto im Monat höher als die Leistungen anderer Versorgungssysteme. Fast die Hälfte der ehemals Selbständigen verfüge hingegen nur über ein Nettoeinkommen von weniger als 1000 Euro. Eben deswegen erwäge Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), eine Vorsorgepflicht für Selbständige einzuführen. Wie aus dem „Alterssicherungsbericht 2016″ hervorgeht, haben 47 Prozent der Niedrigverdiener keine zusätzliche Altersvorsorge.

2017 geringere Rentenerhöhung

In diesem Jahr ist die Rentenerhöhung ja üppig ausgefallen, 2017 wird es wohl üppig sein. Die heutigen Rentner müssen im kommenden Jahr mit einer deutlich geringeren Erhöhung ihrer Bezüge auskommen als in diesem Jahr: Die Schätzungen gehen von 2,3 Prozent (West) und 2,58 Prozent (Ost) aus. Im Juli 2016 waren die Renten um 4,25 Prozent im Westen und 5,95 Prozent im Osten gestiegen.

Definition des Rentenniveaus

Das Rentenniveau beschreibt das Verhältnis der Standardrente zum Durchschnittseinkommen aller Erwerbstätigen. Derzeit liegt es bei 47,8 Prozent, bis 2030 darf es sich gesetzlichen Vorgaben zufolge auf bis zu 43 Prozent verringern. Für die Zeit danach gibt es noch keine Festlegung. Nach vorläufigen Berechnungen des Arbeitsministeriums würde sich das Absinken fortsetzen.

Kommentare der Medien:

  • „Mittelbayerische Zeitung“: „Der Befund des jetzigen Alterssicherungsberichts, Geringverdiener sollten bitte schön zusätzlich vorsorgen, ist nicht nur eine Kapitulation vor dem Problem der wachsenden Armut im Alter, sondern auch zynisch. Hier werden Ursache und Wirkung verdreht. Eine sehr große Koalition aus SPD, Union und Grünen ebnete vor Jahren den Weg in den Niedriglohnsektor, machte Arbeit flexibler und billiger. Mit den Nebenwirkungen dieser Politik will man nun am liebsten nichts zu tun haben. Wenn sich Ende der Woche die Spitzen der Union über die künftige Rentenpolitik beugen, dann sollten sie sich zuerst ehrlich machen. Und zweitens wirksame Haltelinien gegen Altersarmut auf den Weg bringen.“
  • Die „Volksstimme“ aus Magdeburg:  „In Zeiten, in denen Sparer wegen der Null-Zins-Politik Jahr für Jahr Milliarden bei ihrer Altersvorsorge verlieren, ist die kapitalgedeckte Altersabsicherung gescheitert. Die Politik scheut sich offenbar, diesen Fakt anzuerkennen. In der Rentenpolitik müsste eigentlich ein Umsteuern auf der Tagesordnung stehen. Aus mehreren Gründen: Weil die private Altersvorsorge keine Zinsen mehr abwirft. Weil die staatlich-geförderte Riesterrente, die vor allem für Geringverdienter gedacht war, sich zu einem Flop entwickelt hat. Weil die Rentenformel so gekürzt wurde, dass Normalverdiener trotz lebenslanger Einzahlung in der Altersarmut landen. Das gesamte System ist aus den Fugen geraten. Und es wird dem Staat noch gewaltig auf die Füße fallen.“
  • Die „Nürnberger Nachrichten“:  „Unsere Volksvertreter ermahnen dazu, private Rentenversicherungen abzuschließen – obwohl hohe Gebühren die Renditen in den ersten Jahren oft komplett auffressen. Obwohl für die meisten Kunden am Ende eine mickerige bis gar keine Rendite herausspringen wird – bis hin zum Verlustgeschäft. Und obwohl diejenigen, die eine Absicherung am nötigsten brauchen, oft kein Geld dafür übrig haben. Es ist Zeit, dass die Politik eine Kehrtwende einleitet. Weg von der Förderung privater Vorsorge, zurück zu paritätisch finanzierten Beiträgen.“

Weiterführende Links:




Mit Aktien ein Vermögen aufbauen – Rezepte der Börsenstars

Lässt sich von den Börsenstars etwas lernen? Ja und Nein, letztlich kommt es darauf an, ob die Rezepte der Großen auch für Kleinanleger taugen. Wie erfolgreich waren Warren Buffett, Peter Lynch, Benjamin Graham, Michael O’Higgins, Joel Greenblatt und James O’Shaughnessy wirklich? Ulrich W. Hanke ist dieser Frage in seinem Buch „Börsenstars und ihre Erfolgsrezepte“ nachgegangen. Er stellt Methoden für Kleinanleger vor, die Großen zu kopieren. Aber warum überhaupt Aktien? Sie sind angesichts der Niedrigzinsen unabdingbar, um ein Vermögen für die Altersvorsorge aufzubauen.

Was ist für Privatanleger brauchbar?

Gleich im Klappentext konstatiert er, von den Börsenstars könne man sich einiges abschauen – „Doch was ist für Privatanleger wirklich brauchbar?“ In seinem Buch seziert er die Größen der Branche, von denen deutsche Kleinanleger vermutlich gerade einmal den Namen kennen. Der Journalist und Börsenstratege analysiert, wie Kleinanleger die Gurus kopieren können. Er legt dabei ein Raster über die Strategien und stuft die Ansätze von Buffett & Co. danach ein, für welchen Anlagetyp, und -horizont sowie welche Anlageart sie geeignet sind. Weiteres Kriterium: der Aufwand, wobei er selbst einräumt, dass es sich dabei um Schätzwerte handelt. Ein Profi braucht für die Umsetzung vielleicht eine Stunde pro Woche, ein Amateur das Doppelte oder gar Dreifache. Schließlich haben Finanzprofis ganz andere Mittel zur Hand wie ein Kleinanleger.

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Neben den großen amerikanischen Börsengurus hat er auch drei deutsche Vertreter in seinem Buch aufgenommen: Max Otte, Uwe Lang und Susan Levermann.

Wer kennt Warren Buffett?

Der bekannteste unter allen Börsenstars dürfte wohl Warren Buffett sein, das „Orakel aus Omaha“, wie er auch genannt wird. Buffett ist der „erfolgreichste Investor der Welt“. Leider ist Buffett eben nichts für Kleinanleger, denn der Aufwand, Buffetts Strategie umzusetzen, ist mit sechs bis acht Stunden pro Woche vergleichsweise hoch. Dabei sind Buffetts Regeln ganz einfach: „Kaufe günstig, verkaufe teuer“, „berechne den möglichen Gewinn deines Geschäfts“, „betrachte das Geldverdienen als ein Geschäft …“, „werfe niemals deine Prinzipien über Bord“. Buffetts Bilanz gibt ihm Recht: Von 1965 bis 2015 erzielte er mit seinen Investments eine Rendite von sage-und-schreibe 19,2 Prozent, pro Jahr wohlgemerkt. Wer Buffetts Geschichte liest, die Hanke überaus spannend zusammenfasst, kommt zu dem Schluss, dass es dem „Orakel von Omaha“ vor allem auf eins ankommt – Geduld. Der Börsenstar ist mittlerweile 86 Jahre alt, geboren am 30. August 1930. Buffett als Vorbild ist dennoch nicht ganz so einfach für Kleinanleger nachzubauen, da der Finanzprofi natürlich ganz andere Mittel hat, oft nicht über die Börse kauft und den Verkäufern dank Buffetts Macht die Konditionen aufdrückt. Lesenswert ist die Passage auf alle Fälle. Anders als viele der anderen Börsenstars hält er wenig von den klassischen Kennziffern. Für ihn ist wichtig, die „Gewinne des Unternehmens für nächsten zehn Jahre möglichst genau vorhersagen zu können“. Buffett sucht „Unternehmen mit Monopol, einer und mehreren starken Marken, wenig konjunktursensitiv, leicht zu verstehen“. Das in der Anlegerpraxis anzuwenden, ist alles andere als einfach, zumindest für einen Privatinvestor.

Dogs of the Dow als pragmatische Strategie

Bei vielen anderen ist der Zeitaufwand ähnlich hoch. Wer beispielsweise dem „Chamäleon“ Peter Lynch folgen will, muss ebenfalls wie bei Buffett sechs bis acht Stunden pro Woche übrig haben. Die Ausnahme in diesem Reigen der Börsenstars ist Michael O’Higgins, der „Erfinder der Dividendenstrategie“. Sein Ansatz ist für Risiko bewusste Anleger mit mittel- bis langfristigem Anlagehorizont, die einmal pro Jahr eine Stunde bis zwei Stunden investieren. Er erfand die „Dogs of the Dow“. „Dog“ steht dabei für die Luschen, die Mauerblümchen an der Börse. O’Higgins hat erkannt, dass Verliereraktien eines Jahres im Dow Jones, dem wichtigsten US-Aktienindex, mit der höchsten Dividendenrendite (Dividende / Aktienkurs x 100) im darauffolgenden Jahr häufig die Gewinner sind. Eine niedrige Dividendenrendite ergibt sich eben meist durch einen heftigen Kurssturz. Das heißt, die Aktie ist von den Anlegern fallen gelassen worden – oder hat eben besonders hohe Dividenden ausgeschüttet. Es reicht nach O’Higgins, das einmal pro Jahr zu checken – und sich entsprechend zu positionieren. Anleger investieren dann in zehn „Dogs oft he Dow“. Es gibt auch eine verfeinerte Methode, die „Low Five“ heißt. Das heißt, es werde nur fünf von den zehn „Dogs“ ausgewählt, die den „optisch“ niedrigsten Kurs haben. Die Rückrechnung, sprich der Vergleich der jährlichen Rendite über zehn Jahre ergab für die „Dogs“-Strategie einen klaren Vorteil gegenüber dem Dow Jones – und das gilt noch viel mehr für die „Low Five“. Leider hat diese Strategie auch so ihren Haken. Denn manche Unternehmen schütten keine Dividenden aus, obwohl die Gewinne generieren, andere Unternehmen schütten zwar aus, können es sich aber gar nicht leisten, das heißt, sie zahlen die Dividende aus den Rücklagen. Es kommt auch vor, dass Unternehmen die Dividende in Form von Aktien ausschütten – auch da würde die O’Higgins-Methode versagen.

Appetit-Macher für Kleinanleger

Lange Rede, kurzer Sinn – es ist vielleicht nicht mit den zwei Stunden getan. Dazu kommt, dass die Methode stark amerika-lastig ist.

Das Buch stellt die Börsenstars vor – sie können Vorbilder sein, denken muss jeder Anleger aber deswegen trotzdem selbst. Das Buch ist als Appetit-Macher zu verstehen, das den Appetit auf die eigene Strategie anregen soll. Diesen Zweck erfüllt es voll und ganz.

Lob der Aktie – Hanke über sein Buch

Übrigens, Hanke ist auch im Internet vertreten mit einem digitalen Börsenbrief unter boersianer.info, bei facebook und bei twitter – einfach boersianer.info sowie boersianer_info eintippen. Bei youtube ist er unter boersianer.info zu finden.




Was ist die Flexi-Rente und wann kommt sie?

Die Flexi-Rente – was ist das? Wer früher in Rente gehen will, soll das dürfen, ebenso soll er länger arbeiten dürfen, wenn er will. Das nennt sich dann Flexi-Rente. Die Flexi-Rente trat teils zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten, teils wurde erst zum 1. Juli 2017. Das neue Hinzuverdienstrecht beispielsweise gibt es erst seit Juli 2017. Möglich werden zudem freiwillige Zusatzzahlungen in die Rentenkasse ab einem Alter von 50 Jahren, um später ohne Abschläge früher in den Ruhestand gehen zu können. Mit der Flexi-Rente ist die Absicht verbunden, längeres Arbeiten attraktiver zu machen.

Flexi-Rente soll Hürden abbauen

Die Flexi-Rente soll die Hürden für den Bezug einer vorgezogenen Teilrente abbauen.  Teilrentner dürfen mehr vom Zuverdienst zu den Altersbezügen behalten. Ferner sieht das Gesetz vor, dass Arbeitgeber bei den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung entlastet werden, wenn sie Rentner über das Erreichen der Altersgrenze hinaus beschäftigen. Nach groben Schätzungen der Rentenexperten entgehen der Bundesagentur für Arbeit (BA) dadurch bis zu 87 Millionen Euro jährlich.

Ob die Flexi-Rente der große Wurf ist, darf angezweifelt werden, worauf eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK (für die WELT AM SONNTAG) schließen lässt. Die Teilnehmer der Stichprobe wurden gefragt, „ob die Neuregelung für sie ein Grund ist, später in Rente zu gehen“. Mehr als drei Viertel gab an, „dass sie trotz der finanziellen Anreize, die mit dem Flexirenten-Gesetz eingeführt wurden, nicht über die gesetzliche Altersgrenze hinaus erwerbstätig sein will“. 

Natürlich gibt es Menschen, die länger arbeiten wollen; doch offenbar sind viel mehr Arbeitnehmer froh, wenn sie die Möglichkeit zur Frührente bekommen.

Natürlich gibt es Menschen, die länger arbeiten wollen; doch offenbar sind viel mehr Arbeitnehmer froh, wenn sie die Möglichkeit zur Frührente bekommen.

Nahles drückt Flexi-Rente durch

Das Projekt Flexi-Rente liegt ja schon lang in der Schublade der Sozialministerien Andrea Nahles. Bereits im Dezember des vergangenen Jahre klärte die Deutsche Rentenversicherung über die Flexi-Rente auf. Ziel der Flexi-Rente sei es zum einen das flexiblere Weiterarbeiten bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze, zum anderen das attraktive Weiterarbeiten nach Erreichen der Grenze. Übrigens, geht die Flexi-Rente auf Carsten Linnemann, Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung, zurück. Die Idee verfolge Linnemann, so „FOCUS“,  seit seinem Japan-Aufenthalt im Frühjahr 2013. Damals habe er gemerkt, bei der Berufstätigkeit im Alter gehe es nicht so sehr ums Geld, sondern ums Dazugehören. Die Japaner würden sich freuen, wenn sie noch dürfen. „Arbeit ist ein Wert an sich. Das ging mir nicht aus dem Kopf“, wird er von „FOCUS“ zitiert. Aber ganz abgesehen davon, müsse die Politik mehr für die tun, die nicht mehr arbeiten können. Das seien immerhin 1,7 Millionen Menschen in Deutschland. Sie bekommen zu wenig Erwerbsminderungsrente, wie sich mittlerweile herumgesprochen hat. „Für alle anderen sollen die Anreize steigen, länger zu arbeiten“, so der Flexi-Renten-Verfechter.

Flexi-Rente macht vieles komplizierter

Für die Rentenversicherung bedeutet das: Durch die Flexi-Rente wird künftig vieles noch komplizierter. Noch eines wird die Flexi-Rente bringen: Damit künftig mehr Beschäftigte und diese auch länger arbeiten, muss mehr in die Rehabilitation und Prävention gesteckt werden. Bislang hat die Rentenversicherung Reha-Antragsteller eher ausgebremst, was sich auch in den Antragszahlen des vergangenen Jahres ablesen lässt: -2,4 Prozent von Januar bis Ende November 2015. So wird das allerdings nichts mit der Flexi-Rente. Da muss die Rentenversicherung komplett umdenken. Jetzt will Nahles Versicherten die Möglichkeit einräumen, sich zwischen dem 45. und 46. Lebensjahr gesundheitlich durchchecken zu lassen. Ob das dann in einer medizinischen und beruflichen Rehabilitierung mündet, ist eine ganz andere Frage. Auf die Bundesagentur für Arbeit (BA) kommen allerdings Mindereinnahmen von 79 bis 87 Millionen Euro jährlich zu.

Die IG Metall will noch eines drauf setzen und fordert neben einer Rentenreform auch eine Neuorientierung der Arbeitslosenversicherung. Die Arbeitslosenversicherung müsse zur „Arbeitsversicherung“ umgebaut werden, die sich stärker als bislang darum kümmert, dass die Menschen auch angesichts des anstehenden Wandels von Tätigkeiten in Folge der Digitalisierung der Arbeitswelt in Arbeit bleiben können, der erste Vorsitzende der Gewerkschaft, Jörg Hofmann. Neben der physischen und psychischen Reha müsste es so etwas wie eine berufliche Reha geben. Hofmann meint denn auch, das müsse als Teil der Versicherungsleistung begriffen werden. Damit ließe sich auch das Armutsrisiko senken.

Wie soll die Flexi-Rente funktionieren?

Wie soll die Flexi-Rente funktionieren? Rentenversicherte sollen ab dem 63. Lebensjahr auch eine Teilrente beantragen können – und zwar stufenlos. Bislang war es so, dass nur zwischen einer Zweidrittel-, einer halben oder einer Eindrittel-Teilrente gewählt werden konnte. Rechtsanwalt und Rentenberater Peter Knöppel erklärt auf mehr als 40 Seiten verständlich und detailliert die Flexi-Rente, gibt Tipps, Formulierungen und Rechenbeispiele zum praktikablen Anwenden und zum Nachrechnen für die eigene Rente. Der Ratgeber „Flexirente“ ist zum Herunterladen und kostet 7,90 Euro.

Maximal 6300 Euro Zuverdienst

Künftig soll nicht mehr alles auf die Rente angerechnet werden, wenn ein Teilrentner mehr als 450 Euro verdient, sondern nur noch zu 40 Prozent – bis zu einer individuellen Obergrenze. Bis zu zweimal jährlich darf bislang mehr als diese 450 Euro (insgesamt 6300 Euro pro Jahr) verdient werden, wobei das nur für abhängig Beschäftigte gilt. Wer Selbstständig ist und nicht monatlich abrechnet, darf nur zwölfmal 450 Euro verdienen. Wer mehr als diese Obergrenze verdient, muss damit rechnet, dass der Mehrverdienst voll auf die Rente angerechnet wird. Das heißt, Selbstständige müssen am Ende ihr Jahreseinkommen durch zwölf teilen. Liegt das Ergebnis dann über der Hinzuverdienstgrenze, gibt es weniger Rente, so dass Selbstständige in den Genuss dieser Ausnahmeregelung faktisch gar nicht kommen können. „Liegt das Zusatzeinkommen über der Hinzuverdienstgrenze, so gibt es – und zwar rückwirkend und für die Zunkunft – nur noch eine Teilrente“, schreibt der Selbstständigen-Ratgeber Mediafon. Wer zur Rente etwas hinzuverdient, muss jedes Jahr die Deutschen Rentenversicherung über seinen Hinzuverdienste informieren. Dumm nur, er weiß ja meist noch gar nicht so genau, wie viel er in dem betreffenden Jahr tatsächlich verdient. Besonders schwierig wird das bei Selbstständigen. Im Folgejahr zum 1. Juli gleicht die Deutsche Rentenversicherung die Prognose mit dem tatsächlich gemeldeten Verdienst ab. Wer mehr verdient hat als prognostiziert, dem wird die Rente nachträglich gekürzt. Das ist total an der Realität vorbei und dem Hirn von Bürokraten entsprungen. Die Deutsche Rentenversicherung nennt das „Spitzabrechnung“– total realitätsfremd und für Selbstständig absolut daneben. „Die Einkommensprognosen für das Vorjahr werden zum darauf folgenden 1. Juli mit dem tatsächlich erzielten Hinzuverdienst rückschauend centgenau verglichen („Spitzabrechnung“) und die Rente unter Berücksichtigung des tatsächlichen Hinzuverdienstes neu berechnet“, so die Deutsche Rentenversicherung.

Seit 1. Juli 2017 ist das anders geworden wie der „Ratgeber Flexirente“ schreibt: „Es wird wie bisher das Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen und vergleichbares Einkommen als Hinzuverdienst erfasst; es kommt entgegen der alten Regelung nicht mehr darauf an, ob der Hinzuverdienst aus einer Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit herrührt; alle anrechenbaren Einkünfte werden als eine Summe zusammengefasst“ – und die Grenze liegt bei 6300 Euro (monatlich 525 Euro). Und wer in der zweiten Jahreshälfte 2017 in Rente geht, kann für den Rest des Jahres die vollen 6300 Euro hinzuverdienen, ohne dass sich das negativ auf seine Rente auswirkt.

Maximal können Rente und Hinzuverdienst zusammen so hoch sein wie der höchste Bruttoverdienst der vorangegangenen 15 Jahre.

Ausgleichszahlung soll möglich sein

Der Entwurf sieht ferner die Möglichkeit vor, Abschläge bei vorgezogenen Altersrenten durch frühzeitige Zahlungen auszugleichen – und das soll schon ab 50 möglich sein (bisher ist erst ab 55 Jahren). Dazu ein konkretes Beispiel – durchgerechnet von finanzen.de: „Bei einer Bruttorente von 1000 Euro und einem um zwei Jahre vorgezogenen Rentenbeginn reduziert sich die Rente um 72 Euro pro Monat; der Deutschen Rentenversicherung zufolge könnte dieser Abschlag durch eine Ausgleichszahlung von 17 280 Euro wettgemacht werden; die Zahlung kann dabei auf einen Schlag oder gestückelt geschehen“. Zur Erinnerung: Pro Monat früher in Rente muss der Rentner einen Abschlag von 0,3 Prozent hinnehmen, bei zwei Jahren sind das 0,3 * 24 = 7,2 Prozent. Die 17 280 Euro gleichen diesen Abschlag aus.

Übrigens, es lohnt sich zurzeit, Abschläge durch Ausgleichszahlungen abzumildern, das schreibt sowohl das Vergleichsportal „Finanztip“, wie das Portal Anwaltsauskunft: „Was kaum einer glauben mag, ist aber Fakt und durch verschiedene Studien bestätigt: Die gesetzliche Rente aus freiwilligen Beiträgen schlägt in vielen Fällen sowohl die Riester-Rente als auch die Rürup-Rente“, so Rechtsanwalt Wagner. „Angesichts der rekordtiefen Zinsen und der zu erwartenden niedrigen privaten Renten bei Neuabschlüssen spricht viel für die gesetzliche Rente, da diese vom Zinsniveau am Kapitalmarkt völlig abgekoppelt ist.“ Hinzu kämen die dauerhaft höhere Rente, die höhere Witwen- oder Witwerrente und die steuerlichen Vergünstigungen bei der Einzahlung.

Interessant sind freiwilige Beitragszahlungen für

  • „Vor 1955 geborene Mütter, die trotz Kindererziehungszeiten nicht auf die für eine Regelaltersrente nötige Mindestversicherungszeit von fünf Jahren kommen. Mit Eintritt ins Rentenalter können Sie die fehlenden Monate auffüllen“, wie FOCUS-Online schreibt.

Übrigens gibt es für freiwilligen Beiträge eine Unter- und Obergrenze: Monatlich sind mindestens 84,15 Euro zu zahlen (pro Jahr 1009,80 Euro), höchstens sind 1187,45 Euro pro Monat möglich (ergibt im Jahr 14.249,40 Euro) – also ein großer Spielraum.


Ach ja, die sogenannte Zwangsverrentung von Hartz-IV-Beziehern soll eingedämmt werden. Die Rentenversicherung darf, so der Gesetzesentwurf, Betroffene  nicht mehr vorzeitig in die Rente schicken, wenn der Rentenanspruch damit unter Hartz-IV-Niveau fällt und Grundsicherung im Alter beantragt werden müsste.

Wo liegt die Obergrenze? Auf der Seite „Seniorenbedarf“ steht:

Die 40%-Regelung gilt nur bis zu einer Obergrenze in der Höhe der bisherigen Bruttoeinkommen aus Arbeit. Dabei wird der höchste Wert aus den letzten 15 Jahren herangezogen. Wenn also unser Anton A im Beispielsfall mehr als 50.000 € Jahresbrutto neben der Teilrente dazuverdient, wird dieser Betrag voll gegen seine Rente gerechnet und es kommt zu keiner Rentenauszahlung. Das nächste Problem ist, und dies wird hier verschwiegen, dass der vorzeitige Rentenbeginn für A auch Nachteile haben kann, weil er auf die hier festgestellten Entgeltpunkte einen rentenrechtlichen Abschlag erhalten kann, den er bei einer späteren Vollrente mit angerechnet bekommt.

Abschläge ausgleichen durch Zahlungen

Wer heute früher in Rente geht, muss mit Abschlägen rechnen. Die kann er ausgleichen, um die Abschläge auszugleichen. Die Zahlung von zusätzlichen Beiträgen zum Ausgleich von Abschlägen soll künftig schon ab 50 möglich sein – bislang lag die Grenze bei 55 Jahren. Das kann sich lohnen, denn mit dem Ausgleichsbetrag lässt sich eine Rendite von zwei bis drei Prozent einfahren, wo sonst gibt’s die noch. Dafür ist das Formular V0210 auszufüllen „Antrag auf Auskunft über die Höhe der Beitragszahlung zum Ausgleich einer Rentenminderung bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters“.

Und noch ein Detail dürfte für Versicherte interessant sein: Wer über die Regelaltersgrenze hinaus arbeitet, parallel zur Rente, soll vom Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung profitieren – der soll die Rente erhöhen. Das gilt indes nur, wenn auch der Teilrentner seinen Arbeitnehmeranteil zahlt.

Regelungswut von Andrea Nahles

Eines ist heute schon sicher: einfacher wird’s nicht. Die Regelungswut von Andrea Nahles kennt keine Grenzen.

Dazu der arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Karl Schiewerling:

Die gestrige Einigung ist auch ein wichtiger Schritt, um andere Projekte der Koalition zügig aufs Gleis zu setzen. Dazu gehört die Umsetzung der Flexi-Rente. Eine Koalitionsarbeitsgruppe hatte sich bereits im November auf die Eckpunkte verständigt und einen Abschlussbericht vorgelegt. Derzeit wird ein Gesetzentwurf erarbeitet. Hierzu waren noch einige Detailfragen zu klären. Nun wollen wir erreichen, dass vor der Sommerpause auch der Gesetzentwurf kommt. Mit der Flexi-Rente wollen wir Frühverrentung vermeiden und Anreize zum längeren Verbleib im Erwerbsleben erhöhen. Das Hinzuverdienstrecht wird wesentlich vereinfacht. Wir wollen durch klare und transparente Information, den Menschen zeigen, wie sich längeres Arbeiten lohnen kann und welche flexiblen Übergänge möglich sind. Hierfür wollen wir eine transparente Renteninformation, die jeder versteht. Arbeitgeberbeiträge zur Rentenversicherung bringen derzeit keinen rentenrechtlichen Vorteil für die Beschäftigten. Das wollen wir ändern, und es belohnen, wenn der Arbeitnehmer seinen Beitrag leistet. Der isolierte Arbeitgeberbeitrag zur Arbeitslosenversicherung bei Beschäftigung nach der Regelaltersgrenze soll zudem befristet für fünf Jahre entfallen. – Denn Arbeitnehmer, die die Regelaltersgrenze bereits erreicht haben, sind versicherungsfrei.

Wie kommt der Gesetzesentwurf an?

Wie kommt der Gesetzentwurf an? Sozialverbände und Opposition kritisieren ihn als unzureichend. Die Anreize für Teilrente und Teilzeit blieben zu gering. Kranke und Geringqualifizierte würden zu wenig unterstützt. Der Linke-Rentenexperte Matthias W. Birkwald warnte, die Teilrente sei mit größter Vorsicht zu genießen. Dem Grünen-Rentenexperte Markus Kurth sind die neuen Möglichkeiten für fließendere Übergänge viel zu kompliziert; ganz abgesehen davon, dass der Gesetzentwurf  an den Bedürfnissen der Älteren völlig vorbei gehe. Künftig sollen Rentner bei einer vorgezogenen Teilrente und Weiterarbeit in Teilzeit kleinere Renten-Abschläge in Kauf nehmen müssen als heute.

Jetzt zeigt sich bei Musterberechnungen der Stiftung Warentest, dass nicht alle Versicherte davon profitieren würden. „Es gibt auch Fälle, die sich mit der geplanten Flexi-Rente schlechter stellen“, so in einer Stellungnahme der Stiftung für den Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

Das sagt beispielsweise die „Lausitzer Rundschau“ zur Flexi-Rente:

Das Flexi-Renten-Konzept der Großen Koalition ist ungefähr so flexi, wie ein Holzbalken weicher als eine Stahlstrebe ist: nur geringfügig. Vor allem ist die Regelung immer noch so kompliziert, dass kaum mehr als bisher davon Gebrauch machen werden. Zumal auf die Nutzer die Gefahr lauert, dass von der Teilrente sogar nachträglich noch Geld zurückgefordert werden kann. Ziel muss es doch sein, jenen, die auch im Rentenalter noch arbeiten wollen, das unbürokratisch zu ermöglichen. Ebenso jenen, die früher kürzertreten wollen. Ein größeres Rad dreht unter den Parteien in Punkto Flexi-Rente derzeit nur die FDP, die sich an Schweden orientiert: Möglichkeit zum Bezug der dann erworbenen Rente schon mit 60, sofern man dadurch nicht zum Armutsfall wird, völlig freie Hinzuarbeitsmöglichkeit ohne Abzüge so lange man will, aber auch Pflicht zur weiteren Einzahlung in die Rentenkasse

Ein Video, das Aufschlüsse gibt, wie es funktionieren kann:

Ein Rechenbeispiel:

Der fiktive Axel B. hat Anspruch auf eine ungekürzte Rente von 1065 Euro. Er entschließt sich drei Jahre vor seinem Rentenantrittsalter in Rente zu gehen. Dadurch wird seine Rente um 10,8 Prozent gemindert. Sie beträgt dann 950 Euro brutto (ohne Abzüge zur Kranken- und Pflegeversicherung). Axel B. möchte seine aber Beschäftigung nicht ganz aufgeben, sondern auf die Hälfte an Arbeitszeit reduzieren. Sein Gehalt (neben der Rente) beträgt dann nur noch 1.511 Euro.

Aktuell würde das bedeuten:

Sein Hinzuverdienst übersteigt sowohl die Grenze für eine volle Rente als auch für eine Rente in Höhe von zwei Dritteln.Daher hat er Anspruch auf eine halbe Rente. Diese würde 475 Euro betragen.

Mit der Flexi-Rente hieße das:

Basierend auf seinem monatlichen Verdienst beträgt der jährliche Hinzuverdienst von Axel B. 18.132 Euro. Hiervon bleiben 6300 Euro anrechnungsfrei. Von den verbliebenen 11.832 Euro werden 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Dies entspricht einem Betrag von 394 Euro im Monat. Die Rente, die er noch erhält beträgt dann also 556 Euro.

Aufbesserung der Rentenansprüche

Aktuell würde das Modell von Herrn B. nicht zu einer Veränderung seiner Rentenansprüche führen. Mit der Flexi-Rente könnte er sich allerdings entschließen, neben seinem Arbeitgeber auch selbst Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen. Wenn er das im Jahr 2018 täte, würde sich seine Rente daher ab 1. Juli 2019 (nach heutigen Werten) um 15,23 Euro monatlich erhöhen.

Quelle: FAZ/Deutsche Rentenversicherung

Die wichtigsten Punkte des Gesetzesentwurfs

  • Es soll möglich sein, vor Erreichen der Regelaltersgrenze eine Teilzeitarbeit durch eine Teilrente zu ergänzen
  • Bei vorgezogener Rente soll es möglich sein, mit Arbeit den Rentenanspruch zu erhöhen. Rentner sind künftig rentenversichert bis zur Regelaltersgrenze
  • Wer nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeitet, soll Entgeltpunkte sammeln können
  • Es soll möglich sein, früher und flexibler zusätzliche Beiträge in die Rentenversicherung einzuzahlen
  • Die Rentenversicherung will Versicherte früher und über Gestaltungsmöglichkeiten informieren
  • Arbeitgeber müssen künftig für ältere Arbeitnehmer nicht mehr den gesonderten Arbeitgeberbeitrag zur Arbeitslosenversicherung zahlen

  • Häufig sinnvoll: Stimmen Sie Ihre private Altersvorsoge zeitlich mit der gesetzlichen Rente ab.
  • Informieren Sie Ihren Versicherer rechtzeitig, wann Sie das Geld abrufen möchten. Der Antrag muss in der Regel einige Monate im Voraus gestellt werden.
  • Achten Sie auf die Besteuerung Ihrer Versicherungsleistungen. Im Zweifel sprechen Sie Ihren Versicherer oder Vermittler an.
  • Ist eine Unfallversicherung in Ihre Altersvorsorge integriert? Falls diese mit dem Eintritt in die Rentenphase wegfällt, sollten Sie eventuelle Schutzlücken schließen.

Quelle: Die Deutschen Versicherer (GDV)

Am 25. November 2016 hat der Bundesrat die Flexi-Rente abgesegnet. Damit können Arbeitnehmer vom kommenden Jahr an flexibler aus dem Berufsleben aussteigen. Das Gesetz erlaubt es denjenigen, die mit 63 Jahren in Teilrente gehen, künftig deutlich mehr hinzu zu verdienen. Ab Juli 2017 können Rentner jährlich 6300 Euro anrechnungsfrei hinzuverdienen. Darüber liegende Verdienste werden zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

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Viele Junge juckt Altersvorsorge herzlich wenig

„Altersvorsorge? Juckt mich nicht!“ So denken annähernd zwei Drittel der 16- bis 29-Jährigen. Sie vernachlässigen es, fürs Alter privat vorzusorgen, ja viele junge Deutsche haben über private Altersvorsorge noch überhaupt nicht nachgedacht. Das ergab eine Studie von Emnid im Auftrag der Postbank. Das Paradoxe daran, ein Fünftel der jungen Bundesbürger sind davon überzeugt, dass die gesetzliche Rente für ihren Ruhestand ausreichen wird.

Es wird für die Rente schon reichen

Es erstaunt, wie gelassen viele sind mit Blick aufs Alter. Immerhin jeder dritte Deutsche glaubt, dass es schon reichen werde im Ruhestand und die gesetzliche Rente genüge. Annähernd 92 Prozent dieser Optimisten meinen Emnid zufolge sogar, dass sie im Alter keine Einbußen bei ihrem Lebensstandard hinnehmen müssen. Was für eine irrige Annahme. Aktuell deckt die gesetzliche Standardrente netto etwa 48 Prozent des Durchschnittseinkommens ab – Tendenz fallend, so Karsten Rusch von der Postbank. Bundessozialministerin Andrea Nahles denkt zwar laut darüber nach, eine „Haltelinie“ einzuziehen, es ist indes fraglich, ob ihr das gelingt und ob das finanzierbar ist.

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft verdeutlicht, was höhere Renten für die Beiträge bedeuten

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft verdeutlicht, was höhere Renten für die Beiträge bedeuten

„Je weiter das Renteneintrittsalter in der Zukunft liegt, desto größer die zu erwartende Rentenlücke, das heißt die Differenz zwischen dem letzten Nettoeinkommen und der gesetzlichen Rente“, mahnt Rusch. Umgekehrt können die heute 60-Jährigen noch vergleichsweise entspannt auf den Ruhestand blicken. Annähernd 60 Prozent der über 60-Jährigen seien zuversichtlich, dass sie mit der gesetzlichen Rente auskommen werden, von den 50- bis 59-Jährigen seien es immerhin knapp 25 Prozent. In der Altersgruppe 40 bis 49 Jahre hingegen vertraue nur noch eine Minderheit von annähernd 17 Prozent auf das staatliche Rentensystem; in der Gruppe 30 bis 39 Jahre seien es dagegen nur etwa sieben Prozent.

Null-Ahnung und keinen Bock

Und jetzt kommt’s – annähernd ein Viertel, genauer gesagt 23 Prozent der 16- bis 29-Jährigen meinen, die gesetzliche Rente reiche für ihren Ruhestand. Ist das Null-Ahnung, keinen Peil, keinen Bock oder kein Geld? Mangelndes Interesse spielt sicher eine Rolle. Deswegen sorgen auch knapp zwei Drittel oder 63 Prozent der 16- bis 29-Jährigen auch nicht privat nicht vor, so die Postbank Umfrage. Sie haben sich schlicht bislang noch keine Gedanken gemacht und chatten, bloggen, instagrammen lieber über Mode, Reisen und Beauty.

Aktien als Alternative

Doch, wer spät anfängt, fürs Alter vorzusorgen, wird das Ziel, im Alter auskömmlich leben zu können, wohl kaum erreichen. „Gerade junge Menschen sollten möglichst früh mit der privaten Vorsorge beginnen“, empfiehlt Rusch. „Auch wenn die Vergütung in der Ausbildung oder zum Berufsstart noch gering ist, lohnt es sich, monatlich kleine Beträge anzulegen.“ Der Renteneintritt liegt ja noch in weiter Ferne, da verspricht gerade ein Aktien-Investment eine entsprechende Rendite, mit der sich die Versorgungslücke ausgleichen lässt.

Pflicht zur Altersvorsorge – Junge trauen sich anscheinend selbst nicht über den Weg

Übrigens, selbst die IG Metall, sprich die Gewerkschaft, wirbt bei den Jungen für die Altersvorsorge. Allerdings schwebt den Gewerkschaftern mit der „Metallrente“ eher eine obligatorische Zweit-Renten-Versicherung vor.

Einer der ganz wenigen Jungen, die über Altersvorsorge nachdenken, ist wohl der heute 19-jährige Soticek Noah Juraj. Er hat den Blog time-to-invest.at und hat den Traum der finanziellen Freiheit. Er hat erkannt, dass sein „Geld stetig weniger“ und das vielen „überhaupt nicht bewusst“ ist. „Du überlässt dein Geld der Bank ohne zu wissen was die damit eigentlich machen, du vertraust fremden Menschen blind dein Geld an! Und wieso? Weil das alle so machen.“ Er fordert deswegen: „Du musst anfangen dich finanziell weiter zu bilden“. Ein Beispiel, dass sich die Jungen zu Herzen nehmen sollten.

 

 

Quelle: Postbank © stockasso




Was heißt Slow Food und wo wird es serviert?

Was heißt Slow Food – und welche Gasthäuser und Restaurants servieren Slow Food? Wird es nicht langsam Zeit, über gutes und faires Essen nachzudenken? Wir haben uns mittlerweile so an Fast Food gewöhnt, dass es schwer ist, noch gemächlich genießen zu können. „Entschleunigen“ heißt die Devise – auch beim Essen. Slow Food heißt ja nichts anderes als „langsam essen“.

Die Franzosen sagen:

Il vaut mieux manger peu de plats, mais de bonne qualité, que beaucoup et de mauvaise qualité“.

Was so viel heißt wie, „Es lohnt sich, etwas weniger zu essen und dafür besser“. Die Slow-Food-Bewegung geht noch weiter und sagt, unsere „Lebensmittel sollen gut, sauber und fair sein“. „Gut“ heißt dabeiwohlschmeckend, nahrhaft, frisch, gesundheitlich einwandfrei, die Sinne anregend und befriedigend“, „sauber“ bedeutet „hergestellt, ohne die Ressourcen der Erde, die Ökosysteme oder die Umwelt zu belasten und ohne Schaden an Mensch, Natur oder Tier zu verursachen“ und „fair“ steht für „die soziale Gerechtigkeit achtend, mit angemessener Bezahlung und fairen Bedingungen für alle — von der Herstellung über den Handel bis hin zum Verzehr“.

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Wir treffen die Entscheidung – dreimal am Tag, beim Einkaufen und bei der Wahl unseres Essens.

Idee für Slow Food 30 Jahre alt

Die Idee für Slow Food entstand vor 30 Jahren, sprich 1986, in Italien und stammt von dem Journalisten und Soziologen Carlo Petrini. Er demonstrierte damals gegen die Eröffnung einer McDonald’s Filiale auf der Piazza Navona in Rom – und lud zum öffentlichen Spaghetti-Essen ein. Slow Food, auf Deutsch „langsames Essen“, wurde am 10. Dezember 1989 in Paris gegründet. Seine Wurzeln aber hat die Bewegung in Italien, das Mitte der 1980er Jahre von einem Skandal um Methanol-verseuchten Wein erschüttert wurde. All dies beflügelte die spätere Gründung von Slow Food mit dem Ziel, den Genuss des Essens und die regionalen kulinarischen Traditionen zu fördern und das Bewusstsein für die Herkunft von Lebensmitteln zu stärken. Petrini ist der Vordenker der Slow-Food-Bewegung.

Schnecke als Wappentier für Slow Food

 

Gemeinsam Essen und Kochen –  Slow Food in Deutschland

Die Schnecke ist das Wappentier der Slow-Food-Bewegung. Sie soll daran erinnern, dass Slow Food eine Weile braucht. Ausgehend von Italien hat sich die Bewegung mittlerweile in 170 Ländern etabliert – und spricht weltweit 100 000 Menschen an. Slow Food Deutschland hat sich 1992 etabliert und zählt dem Verein zufolge 13 500 Mitglieder in 85 „Convivien“. Sie haben es sich „zur Aufgabe gemacht, die Kultur des Essens und Trinkens zu pflegen und lebendig zu halten“.

Slow Food Genussführer Deutschland 2017/18

Slow Food Genussführer Deutschland 2017/18

Slow Food Genussführer Deutschland 2017/18

Um diesen Gedanken auch einer breiteren Öffentlichkeit nahe zu bringen, hat der Verein Slow Food in Deutschland den „Slow Food Genussführer Deutschland 2017/18“ herausgebracht. Der „Slow Food Genussführer Deutschland 2017/18“ enthält mehr als 500 Gasthäuser, davon sind dieses Mal 150 neue dazu gekommen und 50 gestrichen worden. Ferner enthält das 600-Seiten-Buch ein „ABC der regionalen Köstlichkeiten“.

Der Genussführer präsentiert sich laut Oekom Verlag damit mehr denn je als „Restaurantguide für all diejenigen, denen die Bewahrung regionaler Geschmacksvielfalt am Herzen liegt“. 111 regionale Spezialitäten werden kurz vorgestellt, darunter eine „Ahle Worscht“, „Blaue Zipfel“, „Höri-Bülle“, „Pinkel“, „Plukte Finken“,  „Powidl“, „Schlutzkrapfen“, „Schornbladln“, „Schwimmerli“, „Soljanka“, „Stint“, „Trambele“, „Töttchen“, „Weckewerk“, „Zwetschgenbames“, „Zwickelbier“  und „Zwibbelsploatz“.

Von Fürstenfeldbruck bis Münstermaifeld

Klar, das Wichtigste ist natürlich die detaillierten Beschreibungen der Restaurants und ihrer Spezialitäten. Darunter ist beispielsweise das „Klosterstüberl“ in Fürstenfeldbruck (Spezialität: Variationen von Windbeuteln), der „Gasthof Dorfwirt“ in Unterammergau (Spezialität: Karamelläpfel), „red – die grüne Küche“ in Heidelberg (Spezialität: Rote-Beete-Salat mit Feigen) und „Löffel’s Landhaus“ ind Münstermaifeld (Spezialität: Maifelder Kartoffelsuppe mit Majoran und Speck).

Zum Schluss empfehlen die Macher des „Slow Food Genussführer Deutschland 2017/18“ den Lesern oder besser gesagt „Nutzern“ des Buchs, das Werk beim Restaurantbesuch unter den Arm zu klemmen und es mit an den Tisch zu nehmen. „So zeigen Sie, wer Sie hierher geführt hat“. Den Wirt wird’s sicher freuen – gleichzeitig ist es ein Ansporn, sich weiter anzustrengen.

Übrigens, Slow Food München hat einen eigenen Facebook-Account.

Na dann, guten Appetit!

Ach ja, wie heißt euer Lieblings-Slow-Food-Gasthaus? Freue mich auf eure Meinung – am besten als Kommentar

Der neue „Genussführer Deutschland 2017/18“ kommt offensichltich an, denn der oekom-Verlag in München meldet den Verkauf von bisher rund 7000 Exemplaren. „Vorübergehend war der neue Slow Food-Guide sogar die Nummer eins im Amazon-Ranking unter den meistverkauften Restaurant- und Reiseführern Deutschlands“, so der Verlag.

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Was taugen Oma und Opa als Vorleser?

Was taugen Oma und Opa als Vorleser? Der jüngsten Vorlesestudie der Stiftung Lesen zufolge sind Oma und Opa nur zweite Wahl, was sich komisch anhört, aber durchaus verständlich ist, ist doch meistens Mama diejenige, die sich am meisten um die Kinder kümmert und ihnen eben auch vorliest. Das Vorlesen kommt bei Kindern trotz Fernsehen und Social Media bei Kindern immer noch gut an. 91 Prozent der Jungen und Mädchen in Deutschland gefällt es laut Studie, wenn ihnen vorgelesen wird.

Mama ist die größte

Wer ist besonders beliebt von den Personen, die Kindern vorlesen? Mama steht mit 77 Prozent klar an erster Stelle, gefolgt von Papa mit 51 Prozent, dann kommt Oma mit 44 Prozent und Opa mit 37 Prozent. Kindergärtnerinnen und Erzieherinnen gehören mit 30 Prozent ebenfalls dazu. Allerdings kommen die Eltern viel zu selten zum Vorlesen. „Ein Drittel der Eltern liest zu selten vor – Mehrmals pro Woche ist ideal“, so das Ergebnis der Studie.

Die Ergebnisse der Vorlesestudie basieren auf einer repräsentative Befragung von Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren und ihren Müttern, getragen von der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der Deutsche Bahn Stiftung.

Ideal ist nach Angaben der Experten, wenn sich Eltern mehrmals in der Woche Zeit zum Vorlesen nehmen, beispielsweise 15 Minuten pro Tag. Damit werde die intellektuelle, emotionale und soziale Entwicklung der Kinder optimal gefördert, hieß es. Aber auch das Vorlesen außerhalb der Familie, etwa durch Ehrenamtliche, sei generell wertvoll.

Vorlesen gefällt fast allen Kindern! Sie können davon nicht genug bekommen. Und dies unabhängig von Alter, Geschlecht oder der Sprache, die im Haushalt gesprochen wird. Entscheidend ist, dass regelmäßig vorgelesen wird“, so die Vorlesestudie

Wenn vorgelesen wird, dann meist in einer entspannten Atmosphäre. Nicht von ungefähr schätzen Kinder am Vorlesen der Studie zufolge vor allem die Gemütlichkeit und die Tatsache, „tolle Geschichten“ zu hören.

Ein Einführungsvideo zur Vorlesestudie

Und wer liest den Kindern tatsächlich vor? Der Studie zufolge sind das zu 95 Prozent die Mama, zu 39 Prozent der Papa, zu 35 Prozent Kindergärtnerinnen oder Erzieherinnen, zu 26 Prozent Lehrerinnen und nur zu 15 Prozent Oma und Opa.

Kinder lieben Vorlesen

Kinder und Eltern – und natürlich auch Großeltern – profitieren vom Vorlesen: 

– Lesen ist das Fundament für Bildung und den Zugang zur Welt. Wer nicht lesen und schreiben kann, hat schlechte Chancen in der Gesellschaft: im Supermarkt und bei Behördengängen, im Klassenzimmer und im Internet. 
– Aber auch für die Eltern bietet das Vorlesen einiges. 66 Prozent sagen, dass sie sich meistens darauf freuen. Sie genießen die gemeinsame Zeit und nehmen selbst offenbar viel für sich selbst mit. 
– Mehr noch – sie bringen die eigenen positiven Erfahrungen in die Situation mit hinein, die sie früher als Kinder erlebt haben, als ihnen ihre Eltern vorgelesen haben. 
– Ein positiver Verstärkungseffekt entsteht: Kinder, denen Eltern gern und oft vorgelesen haben, erinnern sich selbst später gut und gern an diese Erfahrung. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie dann auch ihren eigenen Kindern wieder vorlesen, ist hoch.

Die Stiftung meint, Kinder haben ein Recht auf Vorlesen! 

  • Ein Drittel der Eltern liest zu selten vor, das heißt nicht mehrmals in der Woche (so 31 Prozent der Eltern von 2-8-jährigen Kindern in der Vorlesestudie 2014 bzw. laut 29 Prozent der Eltern von 5-10-Jährigen, die 2016 befragt wurden). 
  • Die Tatsache, dass die Erfahrung fehlt, bedeutet jedoch nicht, dass sie kein Bedürfnis danach haben. Im Gegenteil: Jedes zweite dieser Kinder wünscht sich, dass ihm (öfter) vorgelesen wird. 
  • Wenn Eltern nicht vorlesen, ist das für Kinder also nicht einfach eine fehlende und somit unwichtige Erfahrung, sondern ein regelrechtes Defizit, das Kinder als solches empfinden. 
  • Vorlesen ist eine wichtige Grunderfahrung der Kindheit, auf das alle Kinder Anspruch haben. Anders formuliert: Es gibt ein Recht auf Vorlesen!“  Gerade Kinder mit Vorlese-Defizit bringen das Thema häufig in die Familie hinein, wenn ihnen in Kitas, Schulen, Bibliotheken usw. vorgelesen wird. 
  • Wir müssen mit unseren Kampagnen, Netzwerken und Programmen solche Erfahrungen schaffen und den Kinder viel Anlass geben, ihre Wünsche an die Eltern zu richten. 
  • Gemeinsam können wir den Anteil der Eltern, die zu selten vorlesen, bis 2020 auf 20 Prozent senken; bis 2030 auf 10 Prozent.  Erst dann verfügen neun von zehn Kindern über die Bildungs- und Entwicklungschancen, die ihnen gerechterweise zustehen.

Das wäre doch auch eine Aufgabe für Vorunruhe- und Ruheständler! Wer mehr darüber wissen will, schaut am besten auf der Seite der Stiftung vorbei.

Übrigens am 18. November ist Vorlesetag. Im vergangenen Jahr haben über 110 000 Menschen am Vorlesetag teilgenommen. Die Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung setzt auch in diesem Jahr ein Zeichen für das (Vor-)Lesen!

„Vorlesen ist eine wichtige Voraussetzung für die Fähigkeit zum Lesen“, so Sandra Lehman, Kinder- und Jugendbuchexpertin der Buchhandlung Bräunling in Puchheim, im Magazin „neo.family„. Wer gut lesen könne, sei in der Lage, Zusammenhänge schneller zu begreifen. „Forscher fanden heraus, dass beim Lesen ständig Synapsen – sozusagen die Schaltzentren – im Gehirn neu verknüpft werden.“ So beweisen Studien danach, „dass Kinder, denen vorgelesen wurde, leichter lernen als andere Kinder, besser Probleme lösen können und auch sozialer im Umgang mit anderen Menschen sind“. neo.family empfiehlt neben Links wie stiftunglesen.de auch kindergesundheit-info.de „Suchbegriff Geschichten lesen“ und lesestart.de

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Wann kommt es zum Aufstand der Jugend gegen Rentenpolitik?

Der JU-Chef Paul Ziemiak wünscht sich einen Aufstand der Jugend gegen die Rentenpolitik der Bundesregierung. Er fordert Generationengerechtigkeit und nennt einen Beitragsanstieg auf über 20 Prozent „nicht vertretbar“.

Der Bundesvorsitzende der Jungen Union (JU), Paul Ziemiak, wünscht sich einen „Aufstand“ der Jugend gegen die Rentenpolitik der Bundesregierung. Es wäre gut, wenn alle politischen Jugendorganisationen zusammen für Generationengerechtigkeit eintreten würden, sagte Ziemiak in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom 8. Oktober 2016.

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Wer soll das bezahlen?

Allerdings seien zum Beispiel die Jungsozialisten sehr „ideologisch geprägt“. Nach dem Motto „mehr Rente ist gut“ sei dem SPD-Nachwuchs offenbar egal, wer dafür zahle. Ziemiak forderte von der Regierungskoalition eine „große Rentenreform“, bei der alles auf den Prüfstand komme. „Wir wollen wissen: Wer soll dies bezahlen? Darauf habe ich bisher noch keine Antwort gehört“, betonte der 31-jährige. Ein Beitragsanstieg auf über 20 Prozent sei nicht vertretbar. Die Junge Union plädiere ferner dafür, „ohne Scheuklappen“ über längere Lebensarbeitszeit zu reden. Die Flexi-Rente sei dazu ein erster und wichtiger Schritt.

Keine Ausweitung der Mütterrente

Wie schaffen wir die Generationengerechtigkeit – ein Erklär-Video

Der JU-Chef lehnte außerdem die von der CSU geforderte Ausweitung der Mütterrente für Frauen, die ihre Kinder vor 1992 geboren haben, ab. „Wenn das Projekt mit den Beiträgen zukünftiger Generationen finanziert werden soll, bin ich dagegen“, sagte er. Die Junge Union hat 110 000 Mitglieder aus CDU und CSU. Sie trifft sich vom 14. bis 16. Oktober in Paderborn zu ihrem jährlichen Deutschlandtag.

Die Koalition stehe

für Minimalkonsens von der Rente über den digitalen Wandel bis zur Energiewende“.

Ziemiak spricht sich für ein Ende des Regierungsbündnisses mit der SPD aus.

Paul Ziemiak ist seit dem Deutschlandtag im September 2014 in Inzell Bundesvorsitzender der Jungen Union Deutschlands.

Das sieht die Senioren-Union freilich anders – und sie hat (wie auf ihrer Web-Seite steht):

  • 56.000 zahlende Mitglieder,
  • zweitgrößte Vereinigung der CDU,
  • 230.000 CDU-Mitglieder über 60 Jahre = 51 %
  • 20 Millionen über 60-jährige sind mehrheitlich wahlbereit,
  • 2013 wählten 35,1 % der 60-69-jährigen und 43,6% der Altersgruppe 70+ die CDU
  • 2015 sind 63 der 256 CDU-Abgeordneten des 18. Deutschen Bundestages über 60 Jahre.

Foto: JU / Steffen Böttcher / Laurence Chaperon


Weiterführende Links: 




Was geschieht mit der Rente nach einer Scheidung?

Scheidung – und dann? Was geschieht nach einer Scheidung mit der Rente? Wenn nichts vereinbart ist, werden die Ansprüche 50:50, sprich hälftig oder partnerschaftlich geteilt. Soweit die gesetzliche Regelung. Übrigens gilt das auch für die Riester-Rente. Der Versorgungsausgleich ist der Dreh- und Angelpunkt des Scheidungsverfahrens. Der Versorgungsausgleich definiert die Rentenbezüge beider Ex-Ehepartner eindeutig.

Entgeltpunkt als Rentenwährung

Die Rentenansprüche, die im Laufe einer Ehe angesammelt wurden, werden zu gleichen Teilen verteilt. Das Ehegattensplitting zeigt bereits, wie eng Ehegatten finanziell miteinander verbunden sind. Bei der Scheidung gilt dasselbe, denn der sogenannte Versorgungsausgleich befasst sich mit einer gerechten Aufteilung der Rentenzahlungen.

Das klingt simpel – ganz so simpel ist es jedoch nicht. Der Versorgungsausgleich soll die Rentenansprüche, die in der Ehe angesammelt wurden, gleichmäßig und gerecht auf die Ex-Partner verteilen. Bevor es ans Verteilen geht, muss jeder, der sich scheiden lässt, begreifen, worum es bei der gesetzlichen Rente geht. Wie funktioniert das Rentensystem? Die Basis dazu ist gar nicht so kompliziert: Je länger die Partner arbeiten, desto mehr Rentenpunkte sammeln sie. Das entscheidet letztlich über die Höhe der Rente. Ein Rentenpunkt war Stand 2015 29,21 Euro (Westdeutschland) und 27,05 Euro (neue Bundesländer) wert. Ein Jahr später, im Juli 2016, erhöhte die Regierung den Entgeltpunkt auf 30,45 Euro und 28,66 Euro. Der Entgeltpunkt wird regelmäßig angeglichen, um die Inflation auszugleichen. Normalerweise passierte das zum 1. Juli eines Jahres. Ab Sommer 2017 wird ein Rentenpunkt voraussichtlich somit 31,11 Euro oder 28,29 Euro wert sein und ab dem 1. Juli 2018 31,86 Euro oder 29,51 Euro.

Regelmäßige Rentenerhöhung

Wie stark die Steigerung ist, hängt von vielen wirtschaftlichen Faktoren ab und ist jedes Jahr ganz unterschiedlich. Generell erfolgt im Osten eine prozentual deutlich höhere Anhebung als im Westen, sodass die Werte in einigen Jahren beinahe gleich hoch sein werden.

Draghi zerstört Altersvorsorge der Deutsche
Drei von Vier arbeiten bis zur Regelaltersgrenze
Wehe, wenn die heile Rentenwelt zerbricht

Zum Ende des Arbeitslebens werden alle gesammelten Rentenpunkte aufaddiert und daraus ergibt sich die monatliche Rente. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass ein Rentenpunkt nur dann voll zählt, wenn man in diesem Jahr mindestens das jeweilige Durchschnittsentgelt verdient hat. Zusätzliche Punkte gibt es beispielsweise durch Wehrdienst und Zivildienst, Ausbildung und Kindererziehungszeiten. Außerdem muss das Mindestalter zum Bezug der Rente – das Eintrittsalter klettert seit 2012 stufenweise von 65 bis 67 Jahre, ab Jahrgang 1947 steigt sie jeweils um einen Monat –  erreicht werden; spezielle Lösungen wie die geplante Flexi-Rente bleiben dabei erst einmal außen vor.

Gerechter Versorgungsausgleich?

Und nun zurück zum Versorgungsausgleich –  das Prinzip der ehelichen Zugewinngemeinschaft, bei der jedem Partner exakt die Hälfte des Zugewinns zusteht, gilt nämlich auch bei den Rentenpunkten. Haben beide Partner durchgehend gearbeitet und dabei ähnlich viel verdient, findet der Versorgungsausgleich zwar statt, spielt aber keine große Rolle, da die Eheleute auch ohne die Regelung zum selben Ergebnis kommen würden.

Umso stärker fällt der Ausgleich dafür ins Gewicht, wenn beispielsweise die Frau einen Großteil ihres Lebens Hausfrau war. In der Folge werden ihre während der Ehe erworbenen Rentenpunkte und die des Mannes zusammengerechnet und durch zwei geteilt.

Als Alternative gibt es die Ausgleichszahlung. Bei dieser einigen sich die Ehepartner auf eine einmalige Zahlung, mit der der Rentenanspruch gewissermaßen ausgeglichen wird. Der Nachteil daran ist jedoch, dass der Empfänger des Ausgleichs – in unserem Beispiel die Hausfrau – die Zahlung versteuern muss, während der Zahlende die Summe als Sonderausgabe von der Steuer absetzen kann.

Wackliges Rentensystem

Doch für welche Variante sich ein geschiedenes Paar auch entscheidet, ändert der Versorgungsausgleich nicht am übergeordneten Problem beim Thema Rente. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass das deutsche Rentensystem seit langer Zeit auf wackligen Füßen steht. Mithilfe von Beispielrechnungen erkennt man schnell die Probleme dieses Systems – oft fällt die Rente nämlich viel zu klein aus, um im Alter sorgenfrei davon leben zu können. Eine zusätzliche private Vorsorge gilt mittlerweile fast als Pflicht, doch nicht alle Menschen können sich diese Form der Zusatzkosten überhaupt leisten.

Begriffe wie Altersarmut geistern also nicht ohne Grund seit Jahren durch die Medienlandschaft. Grund für diese Entwicklung ist nicht zuletzt der demographische Wandel, der eine Überalterung der deutschen Bevölkerung zur Folge hat. Das Prinzip der Rente baut auf den Generationenvertrag auf, doch dieser kann im Ungleichgewicht der Altersstruktur nicht mehr so funktionieren, wie einst gedacht.

Bild: © istock.com/Alexander Raths