Die beste Hilfe gegen den Mausarm

Täglich die gleiche Handbewegung ist monoton und schlecht für Sehnen und Muskeln. Die Folge ist beispielsweise ein Mausarm, eine typische Krankheit der Büroarbeiter. Was hilft dagegen? Klar, am Anfang noch Kortison-Spritzen, Bandagen und Pflaster, auf Dauer aber nur dehnen, dehnen, dehnen.

Die Epikondylitis ist auch als Tennis-, Maus-, Maurer- und Malerarm bekannt – auch als Golferarm. Sie ist wohl die häufigste Erkrankung des Arms schlechthin. Es trifft eben nicht immer nur Tennisspieler, sondern auch Kassierer, Sekretärinnen, Webdesigner – und sogar Journalisten, sprich, Leute, die ein und dieselbe Bewegung oft wiederholen. Das kommt beim Tippen vor und beim Klicken mit der Maus. Diese monotonen Bewegungen überlasten den Sehnenansatz am Knochenvorsprung des Ellenbogens, der Epikondylus heißt – und eine Erkrankung eben Epikondylitis.

Ab 50 sind Sehnen weniger elastisch

Das trifft vor allem die 50plus-Generation, weil die Sehnen ihre Elastizität eingebüßt haben. Dadurch kann es zu Mikrorissen kommen. Schleichend macht sich der Arm bemerkbar. Und wie? Das sind manchmal ganz banale Bewegungen, die plötzlich schmerzen. Das kann beim Anheben einer Einkaufstüte passieren oder beim Rüberreichen des Brotkorbs. Auch nachts spürt der Mausarm-Kranke seinen Epikondylus.

Wer glaubt, das gibt sich schon und die Beschwerden ignoriert, muss sich nicht wundern, wenn aus gelegentlichen Schmerzen Dauerschmerzen werden.

Diagnose Mausarm

Wie lässt sich ein Mausarm diagnostizieren? Der Schweizer Tomi Bosshard aus Rapperswil empfiehlt auf seiner Seite tennisarm.ch folgendes: „Lege Hand und Arm flach und ausgestreckt – mit durchgestrecktem Ellenbogen – auf den Tisch und dem Handrücken nach oben; drücke mit der gesunden Hand den Mittelfinger etwas auf den Tisch und versuche nun, diesen Mittelfinger gegen den Widerstand anzuheben. Schmerzt oder zieht es im Ellenbogen, hast du einen Tennis- oder Mausarm“.

Allerdings komme es auch hin und wieder vor, dass die Diagnose nicht anspreche, obwohl es ein Tennis- oder Mausarm ist. Wer den Unterarm dehnt (davon später ausführlich), fühlt, wie der Muskel reagiert – zieht und leicht schmerzt. Ferner gebe es auch einen schmerzhaften Druckpunkt unter den hervortretenden Ellenbogen-Knöchel wie nach einer starken Prellung.

Ruhigstellen war gestern

Früher empfahlen Orthopäden ihren Patienten gern, den Arm ruhig zu stellen und kamen auch gleich mit der Kortisonspritze. Das hat sich etwas geändert. Heute kommt der Physiotherapeuten ins Spiel, der mit Dehnübungen den verhärteten Muskel im Unterarm lockern soll.

Eine Alternative ist Bosshard zufolge die Selbsttherapie, die er auf seiner Seite tennisarm.ch genau beschreibt, sogar mit Bildern. Ein Tennis- oder Mausarm sei eine Verkrampfung eventuell mit einer daraus resultierenden Sehnenverkürzung. Die Dehn-Therapie soll die Verkrampfung lösen, so Bosshard. Er empfiehlt:

  • den Arm nicht mehr zu schonen
  • tägliche Dehnübungen
  • an einer Stange hängen

Salben und Bandagen können nicht schaden. Gerade bei akutem Mausarm kann ein schmerzstillendes Pflaster zur lokalen symptomatischen Behandlung den Tag erträglicher machen. Das gleiche gilt für Ellenbogen-Bandagen, die wie eine Massage im Schmerzbereich wirken. Beides ist rezeptfrei und kann auch bequem online bei einer Versandapotheke bestellt werden.

Dehnübung

Jetzt zur Dehnübung – Bosshard beschreibt sie so:

Strecke den Problem-Arm dem Körper entlang hinunter. Mache eine Faust. Kippe die Faust zum Körper und hoch. Nimm die Faust in die andere Hand und ziehe die Faust mit dem gesunden Arm hoch gegen den Körper hin. Der Problem-Arm/Ellenbogen muss dabei aber vollständig durchgestreckt bleiben.
Hab’ keine Angst vor Schmerzen. Das Hochziehen muss etwas Ziehen und am Anfang sogar leicht schmerzen. Du wirst sehen, dass der Schmerz schon nach zehn bis 20 Sekunden beginnt nachzulassen. Es sollte jedoch nicht extrem gezogen werden, extreme Schmerzen helfen nicht entsprechend schneller, auch könnte das Handgelenk darunter leiden! Nach 15 Minuten sollte es nicht mehr Schmerzen als vor dem Dehnen. Wenn die generellen Schmerzen zunehmen, dehnt man zu stark – etwas reduzieren.
Die Frequenz des Dehnens: täglich zehn bis 20 mal. Dauer: 30 Sekunden und häufiger oder mehrere Minuten aneinander und wenige Male pro Tag. Total pro Tag etwa zehn bis 20 Minuten investieren.

Es sei wichtig, so Bosshard, täglich zu dehnen, also „nicht“ einfach nur stärker. Und, am besten dehnen genau nach den problematischen Tätigkeiten.

Zugegeben, das klingt alles etwas theoretisch – ein paar Fotos verdeutlichen, was mit der Dehnübung gemeint ist:

Hängeübung

Neben dem Dehnen hilft auch das Hängen. Dafür genügt eine eingeklemmte Quer-Stange im Türrahmen. Wer einen Mausarm hat, hängt sich einfach an eine Reckstange – das Gewicht des eigenen Körpers zieht nach unten und der Unterarm wird automatisch gedehnt. Fünf bis zehn Mal täglich 30 bis 60 Sekunden, empfiehlt Bosshard.

Wichtig sei, dass die Arme durchgestreckt sind und auch der Oberkörper hängt. Es macht nichts, wenn die Füße den Boden berühren. Das meiste Gewicht sollte mit den Händen gehalten werden, ohne dass die Unterarme angespannt sind. Zusatzeffekt: Dadurch wird die Bandscheibe entlastet. Übrigens, Türrecks gibt es schon für weniger als 50 Euro – einfach bei Google den Suchbegriff eingeben.

Auch dazu gibt es ein Foto auf der Seite tennisarm.ch.

Na dann, bleibt nur zu wünschen: gute Besserung. Übrigens, was mit der Behandlung des Mausarms funktioniert, funktioniert auch mit der Behandlung des Fersensporns.

Weiterführende Links:

 

 

 

 

 

 

 

 




Mehr bewegen für einen gesunden Lebensabend

Das Alter kann schön sein, wenn nichts zwickt und kneift. Wer dennoch an Bluthochdruck, Arthritis oder Rückenschmerzen leidet, kann seine Lage durch Bewegung verbessern. Sie wirkt meist besser als Medikamente oder Operation. Was heißt das genau und was bedeutet das für den Alltag?

Ein Grillabend mit Freunden, ein Ausflug in der Gruppe nach Dresden, zum Törggelen nach Südtirol – das kann so schön und bereichernd sein. Leider werden viele Vorruheständler und Rentner durch Krankheiten in ihrer Aktivität stark eingeschränkt – und sie bewegen sich noch weniger. Das Gegenteil wäre richtig. Es kommt indes auf das richtige Maß an – und was ist das richtige Maß?

10 000 Schritte in ein gesundes Leben

10 000 Schritte sind laut einer klinischen Studie das Optimum an täglicher Bewegung, um fit zu bleiben und seinen Energiehaushalt im Gleichgewicht zu halten.

Das bewirken 10 000 Schritte:

  • Helfen Krankheiten zu heilen oder zu lindern
  • Verhindern Krankheiten wie Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes, Krebs und Osteoporose
  • Erhalten die geistigen Fähigkeiten und beugen Demenz und Alzheimer vor
  • Verbessern Leistungsfähigkeit und Fitness
  • Unterstützen beim Abnehmen
  • Verbessern das Wohlbefinden

Allerdings erreichen die wenigsten Deutschen das Tagesziel: Der Durchschnittswert liegt bei 3500 Schritten, der sich je nach Beruf und Lebensgewohnheiten nach oben oder unten verändert. Eine Telefonistin kommt zum Beispiel nur auf etwa 1500 Schritte, ein Postbote dagegen schafft ungefähr 15 000 Schritte am Tag. Was für die Telefonistin gilt, dürfte insgesamt für die meisten Büro-Jobs gelten.

Mein Bewegungsverhalten?

Ausschlaggebend für das Gesamtergebnis ist nicht allein der Sport. Laufen, Tennis, Squash, Fußball oder Aerobic tragen zwar grundsätzlich zu einem aktiven Alltag bei, sie machen aber nicht allein die Schrittanzahl aus. Dazu zählen alle Wege, die am Tag zurückgelegt werden. Ob zuhause oder unterwegs – jeder Schritt wird dem Konto gut geschrieben. Wer diesen Wert einfach ermitteln möchte, nutzt am besten das Tool „Vitawalker. Er erfährt mehr über die eigenen Lebensgewohnheiten und kann seine tägliche Schrittanzahl bestimmen lassen. Das Tool bewertet anschließend das Ergebnis und gibt Tipps, wie sich mehr Bewegung in den Alltag einbauen lässt. Eine Alternative sind Fitness-Armbänder oder Lauf-Apps wie beispielsweise Runtastic, Endomondo Pro oder Runkeeper. Klar, dass diese Fitness Tracker, immer dabei sind, schließlich sollen sie ja jeden Schritt erfassen.

Wie ändere ich das?

Wie kann jeder seine Schrittzahl erhöhen – ein paar einfache Tipps:

  • Steigen Sie Treppen anstatt den Fahrstuhl oder die Rolltreppe zu benutzen
  • Laufen Sie zum Bäcker oder zur Apotheke anstatt mit dem Auto zu fahren
  • Machen Sie nach dem Mittagessen einen Spaziergang
  • Steigen Sie früher aus dem Bus und gehen den restlichen Weg zu Fuß
  • Parken Sie außerhalb und laufen Sie in die Innenstadt
  • Gehen Sie mit Freunden spazieren anstelle des nachmittäglichen Kaffeekränzchens
  • Fahren Sie mit dem Fahrrad zum Einkaufen im Supermarkt
  • Adoptieren Sie einen Hund, damit kommen Sie automatisch öfter raus
  • Melden Sie sich zum Sportkurs an – gemeinsam macht Bewegung mehr
  • Fahren Sie mit dem Rad zum Bahnhof oder gehen zu Fuß

Bewegung in den Alltag einbauen – eine Sendung des NDR vom 25.02.2013

Je früher der Einzelne damit anfängt, sein Bewegungsverhalten zu ändern, umso besser. Das gilt nicht zuletzt für die Generation 50plus. Durch ein aktiveres Leben lässt sich die Gesundheit positiv beeinflussen. Wer sich bewegt, verbrennt Fette – die lagern sich nicht mehr in Depots ein und können somit keine schädlichen Hormone produzieren, die wiederum schwerwiegende Krankheiten begünstigen. Ach ja, schöner Nebeneffekt eines aktiven Lebens – die Pfunde schmelzen. Auch im Alter ist es immer noch möglich, durch Bewegung das Gewicht zu reduzieren und somit die Risiken für gesundheitliche Folgebeschwerden zu reduzieren.




Aktionstag des VdK in München zu Rente und Leben im Alter

Rente ab 63, der Weg zum Schwerbehindertenausweis – das sind nur zwei der Themen beim Aktionstag des Sozialverbands VdK Bayern am heutigen Freitag, 24. Juni, in München, genauer gesagt in der Grillparzerstraße 16. Bei dieser Veranstaltung dürften sich sicher Gelegenheiten zu interessanten Gesprächen bieten.

Los geht’s am Freitag um 10 Uhr – bis 16 Uhr. Natürlich ist das eine Werbeveranstaltung des VdK, der mittlerweile mehr als 645 000 Mitglieder hat. Niemand muss ja Mitglied werden, aber einmal reinschauen, dürfte sich lohnen. Mitarbeiter der Sozialrechtsberatung sind übrigens auch da – und die stehen Rede und Antwort auf Fragen.

Zum Programm: Ab 11 Uhr referieren verschiedene Experten des VdK und der Polizei über wichtige Themen aus den Bereichen altersgerechtes Wohnen, Kriminalität, Pflege, Rente und Schwerbehinderung. Den Anfang macht Yvonne Knobloch, die beim Sozialverband VdK Bayern das Ressort „Leben im Alter“ leitet. In ihrem Vortrag „So lange wie möglich zu Hause leben. Mit durchdachten Lösungen – kein Problem“ gibt sie Tipps, wie eine Wohnung barrierefrei umgestaltet werden kann. Anton Köhler, Kontaktbeamter der Polizei Bayern, referiert um 12 Uhr über „Enkeltrick – Vorsicht an der Haustür“. Er gibt Tipps, wie sich gerade ältere Menschen vor Trickbetrügern und Kriminellen schützen können. Um 13 Uhr erläutert die Leiterin der VdK-Abteilung Sozialpolitik, Claudia Spiegel, die Neuregelungen, die ab dem kommenden Jahr in der Pflegeversicherung gelten. Sie erläutert, was sich bei den Pflegestufen und den Leistungen ändert. Viele Berufstätige können oder wollen nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten. Rainer Strauch, Leiter der VdK-Abteilung Sozialrecht, referiert ab 14 Uhr über die Themen Erwerbsminderungsrente und Rente mit 63. Zum Abschluss um 15 Uhr erklärt Danny Machne, Regionalgeschäftsführer des VdK-Kreisverbands München, den Weg zum Schwerbehindertenausweis.

Im bunten Rahmenprogramm geht es um weitere wichtige Themen, die beim Sozialverband VdK Bayern eine große Rolle spielen: Inklusion und Barrierefreiheit. Im Rolli-Parcours können die Besucher ausprobieren, wie schwierig es ist, mit einem Rollstuhl über Hindernisse zu fahren. Im „Café Handicap“ werden Sinneseinschränkungen simuliert. So geht es beispielsweise darum, Gegenstände nur durch Ertasten zu erkennen. Außerdem können die Besucher an einem Hörtest teilnehmen und erfahren, wie ein Defibrillator funktioniert.

Und hier der Link zum Programm des Aktionstags




Wie gerecht geht es in Deutschland zu?

Wie gerecht geht es in Deutschland wirklich zu –  vor allem in punkto Rente? Acht Jahre im Bundestag bringen 1816 Euro Pension. Dafür muss ein Angestellter mit überdurchschnittlichem Gehalt weit mehr als 40 Jahre in die Rentenkasse einzahlen. Geringverdiener erwartet Altersarmut. Ist das gerecht?

Fußball-Europa-Meisterschaft und Brexit haben das Thema Rente und Rentengerechtigkeit in den Hintergrund gedrängt. Deswegen sei wieder daran erinnert. Im Juli erwartet die Rentner zwar die größte Rentenerhöhung seit 23 Jahren, für viele ist das jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn schon heute sind weit mehr als eine halbe Millionen Rentner in der Grundsicherung – es werden noch mehr werden, denn das Rentenniveau sinkt weiter. Wenn es kommt wie geplant, dann fällt das Rentenniveau langfristig auf 43 Prozent. Das heißt, Millionen Rentner werden dann am Existenzminimum leben – oder darunter.

Gleichzeitig wollen die Politiker die Pensionen der Beamten und ihre eigenen Altersbezüge unangetastet lassen. Ist das gerecht?

Mein Chef bei FOCUS-MONEY, Frank Pöpsel, hat sich mal die Mühe gemacht, Abgeordnetenpensionen und Renten konkret zu vergleichen – und mich als Beleg genommen. Hier ein Auszug aus seinem Editorial:

Pro Jahr Mitgliedschaft im Bundestag erwirbt ein Abgeordneter einen Pensionsanspruch auf 2,5 Prozent der Abgeordnetenentschädigung. Wenn Sie (und damit meint er den SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel) oder einer Ihrer Kollegen also zwei vierjährige Legislaturperioden im Bundestag sitzen, erhalten Sie 0,025 mal 8 mal 9082 Euro = 1816,40 Euro Pension.
Mein Kollege Helmut Achatz, der im kommenden Jahr in Rente geht, schreibt auf seinem Blog www.vorunruhestand.de, dass er nach 42 Beitragsjahren gerade mal auf eine Rente von 1900 Euro kommt. Können Sie verstehen, dass er das ungerecht findet? Herr Achatz muss übrigens einen gehörigen Abschlag auf seine Rente hinnehmen, weil er bereits mit 63 in den Ruhestand geht. Abgeordnete können teilweise schon mit 56 in Rente gehen – und das bei vollen Ruhestandsbezügen.
Nebentätigkeiten müsste sich Kollege Achatz genehmigen lassen, und sie wären, wenn überhaupt, nur in sehr geringem Umfang möglich. Bei Bundestagsabgeordneten ist das anders. Laut dem Online-Portal abgeordnetenwatch.de haben 156 der 631 Volksvertreter (24,7 Prozent) in dieser Legislaturperiode mindestens eine bezahlte Nebentätigkeit. Bereits in den ersten zwei Jahren dieser Legislaturperiode haben sie mindestens 11,6 Millionen Euro zusätzlich zu ihren Diäten kassiert. Herr Gabriel, können Sie verstehen, dass die Bürger auch von den Abgeordneten vollen Einsatz erwarten?
Jeder Bundestagsabgeordnete erhält neben seinem Gehalt eine steuerfreie Kostenpauschale in Höhe von monatlich 4305,46 Euro. Sie dient etwa dazu, das Abgeordnetenbüro im Wahlkreis, die Miete für die Zweitwohnung in Berlin oder Repräsentationsaufgaben zu finanzieren. Nachweisen müssen Abgeordnete diese Kosten nicht. Anders die Arbeitnehmer: Jeder von uns muss beim Finanzamt seine Werbungskosten penibelst nachweisen. Können Sie verstehen, dass wir das ungerecht finden?

Übrigens, die Ungerechtigkeit besteht ja nicht nur zwischen Abgeordneten und Rentner, sondern auch zwischen Beamten und Rentnern. Das Pensionsniveau liegt zwischen 72,2 und 72,6 Prozent. Davon können Rentner nur träumen. Diese Ungerechtigkeit schreit zum Himmel, aber niemand scheint sich sonderlich daran zu stören. Rentner können auch nicht davon ausgehen, dass ihre Volksvertreter so schnell etwas daran ändern, sind sie doch in der Mehrzahl Beamte – Lehrer, Amtsmänner, Inspektoren. Klar, sie werden kaum den Ast absägen, auf dem sie sitzen.

Wer kann an dieser Schieflage etwas ändern?


Auf money.de werden die Themen Euro, Niedrigzins, EU und Papiergeld von Experten in Videos analysiert. Es lohnt sich, hinein zu klicken.

Weiterführende Links:




Sparen fürs Alter und trotzdem gut leben

Die Angst wächst, dass das Geld im Alter nicht reicht. Das betrifft selbst Gutverdiener. Wenn sie in Rente gehen, werden sie deutliche Abstrichen machen müssen. Es hilft nichts, den Kopf in den Sand zu stecken – mit etwas Planung lassen sich die Folgen abmildern.

Angst vor der Altersarmut – das Thema wird derzeit heftig diskutiert. Jeder mit etwas Weitblick weiß, dass er den Gürtel in ein paar Jahren enger schnallen muss. Das verunsichert viele. Angst ist allerdings ein schlechter Berater. Nichts zu tun und auf die gesetzliche Rente zu hoffen, endet im finanziellen Desaster. Wer im Alter nicht vor einem Scherbenhaufen stehen will, muss etwas Geld zur Seite legen und für den Ruhestand planen.

Festgeld als einfachste Sparform

Die einfachste Form des Sparens ist immer noch Festgeld. Der Sparer deponiert bei seiner Bank 10 000, 20 000 oder gar mehr bei einer Bank verbindlich über zwölf Monate, zwei, drei oder gar zehn Jahre, ohne das Geld anzurühren. Dafür verzinst die Bank den Betrag Jahr um Jahr – am Ende der Laufzeit bekommt er seinen Einsatz plus Zinsen gutgeschrieben. Zugegeben, die Zinsen bedingt durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ziemlich niedrig. Sie sind allerdings nicht so niedrig, dass sich Festgeld nicht lohnen würde. Ganz abgesehen davon ist die Inflation ebenfalls niedrig – im Mai verharrten sie mit 0,1 Prozent knapp über der Nulllinie. Das heißt, die Realzinsen (Nominalzins abzüglich Inflation) sind gar nicht so schlecht. Übrigens, muss der Zins ja nicht ewig auf diesem niedrigen Niveau bleiben.

Natürlich kann jeder Sparer erst einmal bei seiner Hausbank nach den Konditionen fragen. Sparkassenkunden dürften jedoch ziemlich enttäuscht sein. Wer sich einen Überblick verschaffen will, konsultiert am besten Vergleichsportale wie FMH oder Biallo. Er wird dort immer wieder auf die gleichen Namen stoßen, beispielsweise den Anbieter Moneyou, die vorne liegen.

Wie viel darf der Sparer erwarten? Maximal bekommt er etwas mehr als zwei Prozent. Die Konditionen sind unter anderem abhängig von der Anlagesumme.  Aus 10 000 Euro werden beispielsweise bei einer Laufzeit von zehn Jahren deutlich mehr als 12 000 Euro einschließlich Zins und Zinseszins. Nun gut, das ist jetzt nicht berauschend – mit Festgeld wird niemand reich, aber geht der Sparer in zehn Jahren in Rente, hat er zumindest einen sicheren Puffer gleich zu Beginn.

Darf es etwas mehr Risiko sein?

Natürlich gibt es noch andere Anlage-Möglichkeiten für aktuelles Vermögen. Dazu zählen vor allem – von Gold und Immobilien einmal abgesehen – Unternehmensanleihen und Aktien. Bei diesen Anlagenformen fällt die Rendite wesentlich höher aus. Allerdings müssen Anleger das Risiko aushalten. Langfristig, das heißt über zehn, 15 oder gar 20 Jahre, bringen Aktien locker sieben und mehr Prozent Rendite. Das Deutsche Aktieninstitut hat die Renditen des Deutschen Aktienindex Dax beispielsweise über 50 Jahre zurückverfolgt und in Form des Rendite-Dreiecks abgebildet. Das Ergebnis spricht für sich. Dabei darf indes nicht verschwiegen werden, dass die Rendite in einigen Zeiträumen auch negativ war, vor allem in den Krisenjahren 2001 und 2008.

Übrigens, auch das Sparen mit einem Riester-Vertrag – Riester-Rente gerät zunehmend in Verruf – ist nicht immer die beste Lösung. Es lohnt sich, genau hinzuschauen und alle Optionen durchzurechnen.

Foto: © istock.com/dolgachov

 




Die besten Apps für die nächste Reise

Egal, ob Erholung, Geschäft oder Abwechslung vom Alltag – Reisen gehört zum modernen Leben. Internet und Smartphone erleichtern uns die Planung, helfen uns beim Orientieren und sorgen für Kurzweil.

Mal ehrlich, wer würde noch auf Google Maps verzichten wollen, wenn er eine Reise plant? Ok, Apple-Fans greifen vielleicht lieber zu Karten-App des kalifornischen Smartphone—Herstellers. Mit Google Earth können sich Reiselustige sogar ein dreidimensionales Bild eines Orts machen, auf dem selbst einzelne Häuser erkennbar sind. Mit Wetter-Apps kann sich jeder schon mal vorab informieren, was ihn am Zielort erwartet – ob Regen, Sonne oder bewölkter Himmel.

So ein bisschen digitale Unterstützung erleichtert das Reisen ungemein – was es da an tollen Apps gibt:

Navigationshilfe beim Fahren

Wer mit der Bahn fährt, erkundigt sich am besten per Internet, wann ein Zug nach Aachen, Trier, Hamburg oder Zürich fährt – und vor allem was die Fahrkarte kostet und ob es nötig ist, umzusteigen. Auf bahn.de kann er auch gleich das Ticket online kaufen und sich auch noch ein Hotel suchen. Apropos Hotel, mittlerweile buhlen zahlreiche Portale um die Gunst der Zimmersucher, angefangen von booking.com über trivago, hrs und tripadvisor. Wer dann in der Stadt seiner Träume angekommen ist, will natürlich möglichst einfach von A nach B mit Bus, Tram und Bahn kommen. Nicht von den Zeitplänen der öffentlichen Verkehrsmittel verwirren lassen. Die haben sich längst auf die Bedürfnisse der Kunden eingestellt. Viele Städte wie München haben eine App für öffentliche Verkehrsmittel programmieren lassen, die Reisenden helfen, den richtigen Bus und die richtige Tram zu finden.  Mit dem Smartphone kann jeder unterwegs selbst eine Karte kaufen. Übrigens, das gilt nicht nur für München, sondern auch für Berlin und Hamburg.

Für all jene, die mit dem Auto unterwegs sind, gibt es eine überwältigende Auswahl an Navigationshilfen wie Google Maps und Apple Karten. Das ist zwar nett, um die Poccistraße in München zu finden oder die Max-Brauer-Allee in Hamburg, für die Suche nach einem Parkplatz taugen die Navi-Apps wenig. Aber die App-Enwickler haben sich längst auf die Nöte der Autofahrer eingestellt und Anwendungen wie die Parktag-App entwickelt, die dabei helfen kann, den idealen Parkplatz für sein Fahrzeug zu finden.

Zeitvertreib im Zug

Wer jeden Tag eine Stunde im Zug oder in der S-Bahn sitzt – oder sogar noch länger unterwegs ist auf Dienstreisen, ist dankbar für jeden Zeitvertreib. Mit musikalischer Untermalung vergehen die Stunden wie im Flug. Die Streema-App beispielsweise erschließt Reisende eine Fülle von Radiosendern, die jede noch so triste Strecke kürzer erscheinen lässt.

Und für all jene, die bei einer langen Bus- oder Zugreise festsitzen, gibt es Streaming-Anbieter wie Amazon Video, bei denen sie viele ausgezeichnete Serien wie Bosch auf ihr Smartphone oder Tablet runterladen können. Wer sich mal bei seinen Mitreisenden umsieht, wird einige entdecken, die ihr Smartphone auch zum Spielen nutzen. Ok, warum nicht. Mittlerweile dürfte es kein Spiel aus der Offline-Welt geben, dass nicht auch ein Online-Pendant hat. Wo finden? Beispielsweise auf Webseiten wie luckynuggetcasino.com/de. Die Auswahl reicht von digitalen Versionen der traditionellen Tischspiele wie Poker, Blackjack bis zum Roulette – und wer will, kann sogar um Geld spielen.

Verbindung zur Welt

Wer gerade in einer fremden Stadt ist und Infos übers Internet abrufen will, greift auf Apps zu wie Hotspot Finder. Das gilt vor allem für Reisende, die im Ausland unterwegs sind und sich hohe Roaming-Gebühren sparen wollen. Einige Hotspot-Finder-Apps bieten sogar Offline-Datenbanken an, die alle WLAN-Hotspots am jeweiligen Standort auflisten. Für Bahnreisende gibt es Wi-Fi Hotspots in vielen Zügen.

Na ja, noch ein Rat zum Schluss: Wer gerade am Steuer sitzt, sollte sich das Benutzen seines Mobilfunkgeräts besser verkneifen.

Bon voyage!

Weiterführende Links:

 




Warum kommt Riester zunehmend in Verruf?

Die Riester-Rente kommt nicht von ungefähr zunehmend in Verruf. Kein Wunder, dass „Die Linke“ die Riester-Rente am liebsten gleich ganz abschaffen möchte und sie in die gesetzliche Rentenversicherung integrieren. Tatsächlich hat die Riester-Rente einen schlechten Ruf und wird nur von der Hälfte der Beschäftigten überhaupt angenommen. Von den 16,5 Millionen Verträgen werden nur 13,3 Millionen überhaupt bespart – und von den besparten zahlen annähernd sechs Millionen Riester-Sparern zu wenig ein, um die volle staatliche Zulage zu bekommen. Das ist mehr als jämmerlich. Es versteht sich ja wohl von selbst, dass sich damit die Versorgungslücke nicht schließen lässt.

Aber zu den Fakten: Um die volle staatliche Zulagen zu bekommen, müssen Riester-Sparer mindestens vier Prozent ihres Brutto-Einkommens in ihren Riester-Vertrag einzahlen. In den Jahren 2011 und 2012 waren das dem Bundesfinanzministerium zufolge nur rund 5,9 Millionen. Deswegen haben die Abgeordneten in einem entsprechenden Antrag (18/8610) gefordert, „die Riester-Rente in die gesetzliche Rentenversicherung zu überführen“. Linken-Rentenexperte Matthias W. Birkwald kritisiert, die Riester-Rente sei nicht nur gescheitert, sie habe sich zu einem echten Desaster für die Bundesregierung entwickelt. In ihrem Antrag schildert die Linke das Problem ziemlich drastisch:

Die Riester-Rente war und ist nicht dazu geeignet, die politisch aufgerissene Sicherungslücke der gesetzlichen Rente effektiv zu schließen: Seit 2005 hat das Versorgungsniveau aus gesetzlicher Rente und Riester-Rente nur einmal, im Jahr 2010, die Höhe des Sicherungsniveaus zu Beginn der Reform erreicht. Danach nie wieder. Ausweislich des Rentenversicherungsberichts 2015 wird es von der Bundesregierung bis 2029 auch nicht mehr erwartet werden. Damit gibt die Bundesregierung selbst zu: Die in die gesetzliche Rente gerissene Lücke ist alleine mit der Riester-Rente nicht zu schließen“.

Schätzungsweise dürfte es derzeit in punkto Riester rund 35 Millionen unmittelbar Förderberechtigten geben. Dagegen nimmt sich die Zahl der Riester-Sparer ziemlich bescheiden aus.

„Die Linke“ fordert weiter:

die Sparerinnen und Sparer mit geförderten privaten Altersvorsorgeverträgen sollen das Recht erhalten, das bisher im Kapitaldeckungsverfahren angesparte Kapital (Beiträge, staatliche Zuschüsse und Zinsen) freiwillig in die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung zu überführen, so dass Anwartschaften auf ihrem persönlichen Rentenkonto bei der Deutschen Rentenversicherung entstehen. Die Wechselkosten des Riester-Vertrags werden auf ein sachlich gebotenes Minimum begrenzt. Von den Rentenversicherungsträgern werden keine Kosten für die Überführung erhoben.

Es wird interessant zu verfolgen, was aus diesem Antrag wird.

Aber selbst wer einen Riester-Vertrag hat und die volle Zulage bekommt, kann trotzdem der Dumme sein, denn, so Thomas Dommermuth, GeschäftsführerInstitut des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP), die Hälfte der Riester-Angebote hält er für schlecht, ein Drittel nennt er in einem Artikel der „Welt“ gar „Schrott“. Dommermuth rät in dem Artikel „insbesondere von Riester-Versicherungen ab, die den Großteil aller verkauften Verträge ausmachen“.

FOCUS-Online hat jüngst anhand eines konkreten Beispiels durchgerechnet, wie viel Rendite ein Riester-Sparer rechnen darf: Realistisch kommt dabe eine Rendite von 0,55 Prozent heraus. Die Verbraucherzentrale rät deswegen von Riester ab. „Anstelle eines Riester-Produkts können Sie Ihr Geld auch monatlich in einen ETF-Sparplan stecken, also einen Indexfonds, oder in einen Banksparplan investieren“, schreibt FOCUS-Online. Der ETF-Sparplan werde die Renditen der Riester-Produkte trotz Zulage und Steuervorteil toppen.

Ab 1. Januar 2017 gibt es übrigens ein  neues Produktinformationsblatt (PIB) zur Riester-Rente. „Dieses Blatt ist so konzipiert, dass ein Vergleich verschiedener Produkte künftig problemlos möglich ist“, so das Bundesministerium für Finanzen. Es sei für alle genau und einheitlich vorgegeben, welche Informationen über das Produkt wo und wie zu platzieren sind. Insbesondere werde eine detaillierte Übersicht über die Kostenstruktur von den Anbietern verlangt. Somit könne ein Verbraucher auch erkennen, wie chancen- und risikoreich das von ihm gewählte Produkt ist. Die Produktinformationsstelle Altersvorsorge in Kaiserslautern ordnet alle Produkte einer sogenannten Chancen-Risiko-Klasse zu.

Weiterführende Links: