Wie kreditwürdig bin ich auch noch im Alter?

Die Bonität oder Kreditwürdigkeit gehört zu jedem wie seine Personalausweisnummer oder sein Geburtsdatum – mit dem Unterschied allerdings, dass sie sich ändern kann und ändern lässt. Vor allem ist es jedoch wichtig zu wissen, wie es um die eigene Bonität steht. Sich zu informieren, kann sich lohnen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

 

Es gibt viele Situationen, in denen es auf die Bonität ankommt. Zum Beispiel für den, der darüber nachdenkt, die Bank zu wechseln. Denn, die neue Bank wird sich zuerst über die Kreditwürdigkeit des potenziellen Kunden informieren. Das Finanzinstitut entscheidet über Dispo und Kreditrahmen, falls eine Kreditkarte beantragt wird. Geschäfte, egal ob online oder offline, gehen nach dem gleichen Schema vor, wenn der Kunde seinen Einkauf in Raten zahlen will oder dafür einen Kredit aufnimmt.

Warum die Bonität so wichtig ist

Es ist deswegen sinnvoll, jederzeit seinen Score, das Maß seiner Kreditwürdigkeit, zu kennen. Dank Internet ist das mittlerweile überhaupt kein Problem, denn die Bonitätsauskunft ist auf Plattformen wie Scorekompass kostenlos, das Prozedere ist simpel. Also, keine Angst. Für die Generation 50plus, die mit dem Computer aufgewachsen ist, dürfte das überhaupt kein Problem sein und selbst für Senioren ist der Login-Prozess zu meistern, schließlich ist die Benutzeroberfläche einfach gehalten.

Nun gut, vielleicht sagen einige „Was interessiert mich meine Bonität?“ Das kann ja sein und ist so lange kein Problem, solange keine teuren Reparaturen anstehen oder größere Anschaffungen zu meistern sind. Spätestens dann wird ein Problem daraus, weil im fortgeschrittenen Alter das Geld knapp wird während die Lebenshaltungskosten muntern steigen. In Großstädten wie München, Stuttgart und Hamburg wird es gerade für Rentner immer schwieriger – der Vergleich „Was die Rente wo wert ist“ verdeutlicht das. Und dann spielt die Bonität eben doch eine große Rolle.

Scoring für jedermann

Ob Rentner, 50plus oder mittleres Alter – die Kreditwürdigkeit spielt für alle eine wichtige Rolle. Deswegen sollte auch jeder seinen Score kennen. Wie aber kommt so ein Scoring zustande, sprich der Punktestand bezüglich Bonität? Eine Scoring-Plattform erfasst die Daten der fünf großen Auskunfteien, die diese Funktion schon seit mehr als hundert Jahren erfüllen: Der bekannteste Name ist SCHUFA, doch auch Arvato, Creditreform, Bürgel und Deltavista existieren seit langer Zeit.

Banken und Handel nutzen das System als Fundament für ihre Entscheidungen. Dank digitaler Dienstleistern eröffnen sich für alle neue Möglichkeiten – das gilt für Kreditgeber und -nehmer. Sie alle profitieren von mehr Transparenz. Dazu gehört natürlich, dass die Score-Werte möglichst unkompliziert abgerufen werden können. Wie das funktioniert, belegt Scorekompass, dessen Bewertung auf Arvato-Daten basiert: Jeder Score bewegt sich zwischen 100 und 600 – von „sehr niedrig“ bis „sehr gut“. Anhand der ausgewiesenen Zahl lässt sich leicht ablesen, wie kreditwürdig jemand ist. Dieser Wert ist natürlich auch ausschlaggebend, wie viel Zins jemand für einen Kredit zahlt, denn, je höher der Score, desto niedrigere Zinsen zahlt ein Schuldner.

In der Summe bringt das Internet Bewegung in den Kreditmarkt, sowohl direkt als auch indirekt. Denn viele Kreditvergleiche und -anträge finden bereits online statt; es passt also perfekt ins Bild, dass auch die Bonität am Bildschirm abgefragt werden kann.

 

Bild: © istock.com/andresr




Was die Rente wo wert ist

München ist ein teures Pflaster – für Rentner und Nicht-Rentner. Die Kaufkraft ist so gering wie sonst nirgends in Deutschland. Das Leben für Rentner wird deswegen in München immer schwieriger. Das gilt übrigens auch für den Münchner Speckgürtel. Starnberg, Miesbach und Dachau sind richtig teuer. Was das konkret heißt? Ein Euro ist in München nur 70 Cent wert, weil nicht nur die Mieten, sondern auch Lebensmittel, Kleidung und Öffentlicher Verkehr deutlich teurer sind als anderswo.

Wo ist es dann am günstigsten? Der „Mitteldeutschen Zeitung“ zufolge haben Rentner in Sachsen-Anhalt mehr von ihrer Rente. In keinem anderen Bundesland leben Rentner kostengünstiger als in Sachsen-Anhalt. Das Blatt zitiert dabei eine Umfrage des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos im Auftrag des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft. Demnach liegen die Kosten für die Lebenshaltung von Rentnern in Sachsen-Anhalt im Schnitt knapp elf Prozent unter dem Bundesmittel. Selbst in Halle, der für Senioren teuersten Stadt in Sachsen-Anhalt, liegen die Lebenshaltungskosten mehr als fünf Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Magdeburg ist die günstigste Landeshauptstadt für Rentner – mit einem Preisniveau von gut sechs Prozent unter dem Durchschnitt. Dessau-Roßlau, ist knapp neun Prozent günstiger.

Bayern besonders teuer

40 der insgesamt 50 teuersten Landkreise in Deutschland liegen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, so die „Versicherungswirtschaft heute“. Dort zahle ein Rentner zwischen 15 und 30 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Ein Vergleich mit Nord- und Ostdeutschland öffnet die Augen: Laut Studie schaffen es nur vier Kreise in die Top-50 – nämlich Hamburg, Berlin, Potsdam und – durch den “Sylt-Effekt” – der Kreis Nordfriesland. Am günstigstes lebt es sich in Sachsen-Anhalt.

Die höchste Kaufkraft haben Rentner im niedersächsischen Landkreis Holzminden mit einer Kaufkraft von 1159 Euro, gefolgt vom Landkreis Osterode am Harz mit 1156 Euro (-13,47 Prozent), dem Landkreis Elbe-Elster mit 1152 Euro (-13,22 Prozent), dem Vogtlandkreis mit 1148 Euro (-12,90 Prozent) und dem Kyffhäuserkreis mit 1147 Euro (-12,81 Prozent).

Die Zahlen wurde ein auf Rentner spezialisierter Warenkorb zugrunde gelegt. Insbesondere wurden Ausgaben für Gesundheit höher bewertet.

Zum Schluss noch ein paar Zahlen aus Bayern – was 1000 Euro wert sind:

Stadt München:         767 Euro
Kreis München:          829 Euro
Starnberg:                  831 Euro
Miesbach:                  850 Euro
Dachau:                     861 Euro
Fürstenfeldbruck:      869 Euro

Freyung-Grafenau:     1138 Euro
Wunsiedel:                 1136 Euro
Hof:                            1135 Euro
Tirschenreuth:            1127 Euro
Regen:                        1126 Euro

Quelle: tz

Wer es genau wissen will, wie hoch die Kaufkraft seiner Rente ist, klickt am besten auf die interaktive Karte:

Was ist meine Rente heute wert?

Weiterführende Links:

 




Zeit, über den Wechsel der Bank nachzudenken

Konto zum Nulltarif ist bei Sparkassen vorbei, anders als bei Direktbanken. Bei Kreditkarten langen Sparkassen sogar richtig zu. Höchste Zeit, über den Wechsel des Finanzinstituts nachzudenken, schließlich haben Rentner und Vorruheständler nichts zu verschenken.

Es lohnt sich, den Preisaushang der Sparkasse genau zu lesen. Kunden werden schnell feststellen, wofür das Finanzinstitut alles Geld verlangt. Das Girokonto kostet beispielsweise bei der Sparkasse Hannover sieben Euro pro Monat. Wenignutzer zahlen zwar „nur“ 3,50 Euro, dafür müssen sie für jede Kontobewegung löhnen: Die Überweisung kostet 35 Cent, selbst für die Barabhebung blechen die Kunden 35 Cent. Nur noch Jugendliche unter 18 Jahre ist das Giro kostenfrei, danach haben sie noch eine Schonfrist bis 25 Jahre. Bei anderen Sparkassen sieht es nicht viel besser aus. Bei der Stadtsparkasse München kostet das Girokonto Online nur dann nichts, wenn mindestens monatlich 1750 Euro eingehen, ansonsten sind es 4,95 Euro. Für die EC-Karte berechnet die Stadtsparkasse München 7,50 Euro. In Hannover kostet die EC-Karte zwar nichts, dafür müssen Kunden für eine Kreditkarte immerhin 42 Euro berappen, selbst Jugendliche zahlen noch 21 Euro. Bei der Sparkasse kostet selbst ein Prepaid-Mastercard noch 30 Euro pro Jahr für Erwachsene und 15 Euro für Jugendliche. Prepaid heißt, dass der Kunde die Karte auffüllt ( Guthabenverfahren). Die vermeintliche Kreditkarte verfügt nicht über einen Kreditrahmen.

Ein Blick in die Preisliste lohnt

Wer sich die Preisliste einmal genüsslich durchliest, muss zwangsläufig zum Schluss kommen, dass gerade bei Kreditkarten Preis und Leistung nicht mehr im richtigen Verhältnis stehen. Denn, die ausgebende Kreditkartenbank verdient ja schließlich an jeder Transaktion, die der Kunde mit seiner Karte abwickelt – das ist ein lukrativer Automatismus für Banken und Sparkassen. „Nicht jeder Kunde wird weitere Preiserhöhungen klaglos hinnehmen“, schreibt die „Welt“. Schon in der Vergangenheit seien die Banken mit dem roten S selten durch niedrige Gebühren aufgefallen. Glücklicherweise stehe „außerhalb der Sparkassenwelt das Ende der Gratiskonten noch nicht unmittelbar bevor“. Die Direktbanken werden ihre kostenlosen Angebote nicht so schnell kippen.

Unterschiede bei Kreditkarten

Die wenigen Beispiele zeigen schon, dass es sich lohnt, genau hinzuschauen. Denn, Direktbanken verlangen nichts für EC- und Kreditkarten. Was eine EC-Karte ist, weiß jeder. Bei Kreditkarten gibt es indes Unterschiede – und es schadet nichts zu differenzieren. Da sind zum einen die Anbieter: Der Kunde hat in der Regel mit den drei Großen zu tun, sprich mit Visa, MasterCard und American Express. Zum anderen ist nach der Funktion zu unterscheiden: Denn es gibt neben Credit-Cards mit Teilzahlungsfunktion und sogenannten reinen Charge-Cards immer mehr Prepaid Karten.

Prepaid als Lösung?

Mehr als ein Drittel der Deutschen besitzt bereits eine Kreditkarte, manche sogar mehrere – auch, weil immer mehr Händler das Plastikgeld akzeptieren. Damit zahlen sie Flüge, Hotels und Restaurantbesuch, Bücher sowie Elektronik für annähernd 95 (2014: 59) Milliarden Euro. Von den 31 Millionen Kreditkarten sind allein 20 Millionen EC- und Mastercards. Dabei sind die Deutschen eher noch Kreditkarten-Muffel, denn nur etwas mehr als fünf Prozent werden im Laden tatsächlich mit Kreditkarten bezahlt.

Das heißt, zwei Drittel haben noch keine Kreditkarte. Wer über eine Kreditkarte von diesen zwei Drittel über eine nachdenkt – welche wäre die richtige? Warum nicht eine Prepaid? Natürlich kostenlos! Ok, es geht ans Eingemachte: Da gibt es zum einen die Charge Card, eine Kreditkarte, die eigentlich gar keine ist. Die Bank räumt dem Kunden, der bei ihr meist gleichzeitig ein Girokonto hat, einen Verfügungsrahmen ein – meist zwischen einem und zwei Monatseinkommen. Einmal pro Monat bekommt er eine Abrechnung – per Lastschrift werden seine Kartenzahlungen vom Girokonto eingezogen. Wer so eine Charge Card besitzt, sollte immer darauf achten, dass genug Geld auf dem Girokonto ist. Charge-Cards ohne Jahresgebühr bieten beispielsweise die DKB und die Fidor Bank an – mit der Fidor SmartCard und der DKB VisaCard. Clou der Fidor SmardCard: Sie ist eine Kombination aus drei Bezahlformen – MasterCard-  und Maestro-Funktion (EC-Karte) plus kontaktloser Bezahlfunktion. Das heißt, wer einkaufen geht, kann entweder mit Kredit- oder EC-Karte zahlen mit „einer“ Karte.

Karten mit Guthaben

Interessant für Rentner und Vorruheständler ist die Prepaid-Karte. Dafür braucht’s auch keine Bonitätsprüfung oder Schufa-Abfrage. Prepaid-Kreditkarten sind nichtsdestotrotz vollwertige, unbare Zahlungsmittel. Sie werden vorher aufgeladen mit Guthaben – interessant gerade für Rentner, die ihre Finanz im Blick haben wollen. Interessant sind die Prepaid der Targo Bank und natürlich die Fidor Smart Prepaid sowie die Prepaid von Number 26.

Und dann gibt es ja noch die Prepaid-Kreditkarten zum Mitnehmen. Zu kaufen sind sie an Tankstellen oder in Supermärkten wie Rewe, Penny und Netto. Da ist zum einen die Joker Online Mastercard und zum anderen die Mycard2Go Prepaid von Visa. Sie kosten annähernd zehn Euro pro Jahr. Wer eine besitzt, muss allerdings aufpassen rechtzeitig zu kündigen. Zudem sind die Karten nur bis zu einem bestimmten Betrag aufladbar – 25, 50 oder 100 Euro.

Wer sich einen Überblick verschaffen will, sollte am besten auf bei einem Kreditkartenvergleichsportal wie Cardscout vorbeischauen.

Weiterführende Links:

  • „Welt“: Die Mär vom Ende des kostenlosen Girokontos



Richtig Geld für den Ruhestand anlegen damit es bis ins hohe Alter reicht

Wie richtig Geld anlegen, damit es bis ins hohe Alter reicht? Diese Fragen stellen sich viele. Und die Frage wird immer drängender, denn die Bundesbürger leben so lange wie noch nie – das Durchschnittsalter deutscher Frauen betrug 2014 immerhin 81,4 Jahre, während Männer 74,7 Jahre alt wurden. Wer sein Geld falsch angelegt hat, gefährdet im Alter seine Existenz. Nicht selten müssen dann die eigenen Kinder für die alten Eltern einspringen, weil die Reserven nicht mehr reichen.

Durchschnittlicher Ruhestand –  20 Jahre

Seit den 1960er-Jahren verdoppelte sich die Lebenszeit nach Ende des Arbeitslebens: Früher betrug die Lebenszeit im Ruhestand nur zehn Jahre, heute durchschnittlich 20 Jahre – Tendenz steigend. Gleichzeitig ist aber auch das Zinsniveau gefallen. Mittlerweile liegt der Leitzins bei null und der Zins für die Einlagen der Banken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) sogar bei minus 0,4 Prozent. Das dramatische Folgen für Geldanlagen von Senioren – und natürlich auch für die der aktiven Beschäftigten. Denn eines ist klar, allein auf die gesetzliche Rente kann sich heute keiner mehr verlassen – sie deckt nur noch etwa 50 Prozent des letzten Einkommens ab.

Doch mit einigen Änderungen lässt sich Geld sicher anlegen und bringt dennoch Ertrag. Noch immer setzen vor allem ältere Menschen auf das Tagesgeldkonto. Doch das ist nicht zeitgemäß, da es keine Zinsen auf das Ersparte gibt – und ohne entsprechende Rendite hat der Ruheständler auch keine Chance, im Alter seinen Wohlstand zu erhalten. Auch die zweite liebste Anlageform, die Lebensversicherung, bringt nicht mehr genügend Rendite.

Mehr Rendite durch smartes Anlegen

Geld anlegen auf intelligente Art, aber wie? Quelle:istockInzwischen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Geld auch weit vor dem Ruhestand anzulegen. Vom klassischen Konto bis hin zu Anlagemöglichkeiten bei Banken, die das Geld nach ethisch ökologischen Kriterien verwalten, ist für jeden eine passende Variante dabei. Der Bundesverband deutscher Banken empfiehlt älteren Anlegern, die Zinsen zu vergleichen. Denn so ist die Geldanlage trotzdem sicher und die Rendite liegt über den derzeit üblichen mageren Zinsen. Wer sein Geld risikoreicher in Aktien investieren möchte, sollte die Faustformel „100 minus Lebensalter“ berücksichtigen. Das bedeutet bei einem 70-jährigen, dass dieser höchstens 30 Prozent seines Vermögens in Aktien anlegen sollte. Wer nicht selbst einzelne Aktien mühselig heraussuchen möchte, kann beispielsweise auch in einen Mischfonds oder in Indexfonds investieren. Indexfonds bilden einen Index wie den Dax nach. Die Kosten sind vergleichsweise niedrig, ferner kann ein Indexfonds jederzeit über die Börse ge- und verkauft werden.

Geld anlegen auf intelligente Art, aber wie? Quelle:istock

Der Zinseszins macht den Unterschied

Bei einem Rentner machen selbst kleine Differenzen im Zins einen großen Unterschied aus. So ist beispielsweise bei einem Vermögen von 50 000 Euro und einer Entnahme von 750 Euro monatlich das Guthaben bereits nach noch nicht einmal sechs Jahren aufgebraucht. Selbst wenn nur 500 Euro entnommen werden, reicht das Geld nur noch acht Jahre.

Tipp: 

Die Rendite kann anstatt mit Aktien auch mit langlaufendem Festgeld aufgepeppt werden. Je länger das Geld liegen gelassen wird, desto höher die Rendite. Solch gut verzinsten Festgeldkonten gibt es allerdings in der Regel ausschließlich bei Online-Banken.

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Fotos: ©istock




Staat kassiert bei Millionen Rentnern doppelt ab

Das ARD-Magazin „Plusminus“ hat die Besteuerung der Renten unter die Lupe genommen und kommt zu dem Schluss, dass sie doppelt besteuert werden. „In vielen Fällen werden künftige Rentner trotzdem doppelt zur Kasse gebeten“, so das Urteil von „plusminus“. Das ist zwar nicht neu, aber publikumswirksam. Der Fiskus sieht verständlicherweise keinen Anlass, daran etwas zu ändern.

 Die schrittweise Umstellung der Rentenbesteuerung trifft Millionen Bürger – und zwar die, die zwischen 2016 und 2040 in Rente gehen. Weil das alles ziemlich kompliziert ist, hat „Plusminus“ die Belastung anhand von zwei typischen Fällen berechnen lassen. Ein Durchschnittsverdiener mit statistischer Lebenserwartung zahlt danach im Laufe seines Rentnerdaseins im schlimmsten Fall rund 9000 Euro zu viel an Steuern. Errechnet haben das der Finanzmathematiker Werner Siepe und der Steuerberater Günter Siepe. Nach einer von ihnen verfassten Studie wird es in den kommenden Jahren bei immer mehr Neurentnern zu solch einer doppelten Besteuerung kommen. Der Grund für diesen Missstand: Die gesetzliche Rente wird bis 2040 schrittweise voll besteuert, die Rentenbeiträge werden aber während der Umstellungsphase nicht im gleichen Maße steuerfrei gestellt. Das sei verfassungswidrig, sagt der Passauer Staatsrechtler Professor Rainer Wernsmann gegenüber „Plusminus“. Bereits versteuertes Einkommen dürfe nicht nochmals bei Vermögensumschichtung der Einkommenssteuer unterworfen werden: „Das wäre so, als ob Sie Geld aufs Sparbuch einzahlen, das aus versteuertem Einkommen stammt, und wenn Sie das Geld abheben, müsste es nochmals versteuert werden.“

Er kritisiert, dass die Bundesregierung dennoch keinen Handlungsbedarf sieht: „Es geht ums Geld. Das ist aber nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes kein Rechtfertigungsgrund, um hier eine Doppelbesteuerung zuzulassen.“ Das Bundesfinanzministerium wollte sich zu den Ergebnissen der Studie nicht äußern.

Was „Plusminus“ ausgegraben hat, ist allerdings nicht neu. Schon im Januar 2015 hat „procontra“ festgestellt, dass die künftigen Rentner die Dummen seien. „Die These im Abschlussbericht der Rürup-Kommission, dass eine Zweifachbesteuerung bei Arbeitnehmern mit 45 Pflichtbeitragsjahren nur bei Rentenbeginn in 2039 bis 2042 auftritt, trifft nicht zu“, so das Urteil des Magazins. Tatsächlich beginne die Zweifachbesteuerung spätestens bei Neurentnern in 2019, also immerhin 20 Jahre früher, und höre erst beim Rentenbeginn in 2069 wieder auf. Zu de facto identischen Ergebnissen sei übrigens Franz Ruland gekommen, von 1992 bis 2005 Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) und von 2009 bis 2013 Vorsitzender im Sozialbeirat der Bundesregierung, im Jahr 2004.

Aber selbst „Procontra“ waren nicht die ersten. Schon 2010 hat Jochen Pleines aus Tuttlingen eine Verfassungsbeschwerde eingereicht gegen die Rentenbesteuerung. Das Bundesverfassungsgericht hat die Annahme der Beschwerde allerdings abgelehnt.

Das Thema dürfte aber weiter schwelen.

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Die besten Tipps für den Umzug im Alter

Ob jemand aus Platzgründen umziehen muss, weil Haus oder Wohnung nach dem Tod des Partners zu groß sind oder weil er mit dem Renteneintritt zurück in die alte Heimat und näher zu den Enkeln will oder weil das Geld in der teuren Großstadt nicht reicht und es sich anderswo billiger leben lässt – ein Umzug für die 60plus-Generation ist eine Herausforderung. Wenn „Ruhestandswanderer“, wie sie von den Demographen auch gern genannt werden, sich dennoch dazu entschließen, sollten sie einiges beachten – und sich am besten eine Checkliste anlegen.

Während die jüngere Generation gelassen und locker an den Wohnungswechsel herangeht, schließlich ziehen sie häufiger um und haben auch weniger Habe, zögern ältere Menschen und haben Bedenken. Da tauchen Fragen auf, wie das alles in kurzer Zeit zu schaffen sei, ob auch alles mitkomme und wie es zu verpacken sei. Wer kümmert sich um Telefon- und TV-Anschluss am neuen Domizil? Welcher Umzugsfirma können sie vertrauen? Aber, so stellt Herb Stumpf in seinem Buch Wenn das Wochenende 7 Tage hat“ fest, wenn „Sie nun noch ihren Geist bewusst von negativ auf positiv einstellen, nämlich in den Zustand ‚freuen‘, wird sehr vieles einfacher sein“. Die Suche könne interessant werden, das Planen der Einrichtung auf jeden Fall, der eigentliche Umzug mag noch eine unangenehme Last sein, das erste Ankommen ziemlich abenteuerlich – „aber irgendwann sind Sie auch da angelangt, haben etwas Vertrautes losgelassen und etwas Neues gewonnen“. 

Seniorenumzug ohne Stress

Das Zögern der Älteren und die Scheu vor einem Umzug hat natürlich handfeste Ursache:

Geringere Mobilität:

Auch wenn Ältere es nicht wahrhaben wollen, so sind sie nicht mehr so belastbar und mobil wie in jungen Jahren. Selbst das Einpacken wird zum Kraftakt. Allein der Gedanke daran löst bei vielen Senioren Sorgen aus. Meist ist die neue Wohnung kleiner oder anders geschnitten als die alte, das heißt, häufig müssen Möbel oder anderer Hausrat entsorgt werden. Dann müssen sie sich ja noch ums Renovieren der alten Wohnung kümmern – zusammen genommen ein ziemlicher Kraftakt bei eingeschränkter Mobilität. 

Verlassen des gewohnten Umfelds:

Für Senioren ist es nicht einfach ein Umzug – sie lassen das vertraute Viertel und ein soziales Netz hinter sich. Der gewohnte Ausblick aus dem Fenster fehlt dann genauso wie die altbekannten Wege zum Einkaufen oder zum Arzt. Was ein jüngerer Menschen als erfrischenden Wechsel empfindet, ist für Ältere oft mit Ängsten verbunden. Sich umzugewöhnen fällt mit zunehmendem Alter schwerer. Leider bleibt vor allem einigen Älteren in Schwarmstädten wie München und Hamburg kaum etwas anderes übrig als umzuziehen, weil die Mieten in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen sind – in München beispielsweise von 2007 bis heute um 28 Prozent. Der Wohnungsmarkt gerade in der bayerischen Landeshauptstadt ist nach Auffassung des VdK und des Mieterbunds weder auf die Bedürfnisse Älterer eingestellt noch für die Zukunft gerüstet. Die Renten in Bayern können mit den explodierenden Mieten nicht Schritt halten. Dazu kommt, dass viele Wohnungen nicht altersgerecht sind. Aus diesen Gründen sind Seniorenumzüge in München mittlerweile heute längst Realität – und werden eher mehr als weniger.

Viele kostbare Erinnerungsstücke: 

Die Erfahrung lehrt, dass sich im Laufe der Zeit in einer Wohnung immer mehr Gegenstände ansammeln – viele davon lieb gewonnene Erinnerungstücke, nicht selten kostbarer Schmuck oder Dekorationsobjekte, von wertvollen Möbeln ganz abgesehen. Sie sollten den Umzug unbeschadet überstehen und schon gar nicht verloren gehen. Mit einem Online-Rechner lässt sich der Bedarf an Umzugskartons ausrechnen.

Besser Umziehen lassen

Angesichts dieser Gründe liegt es für Senioren auf der Hand, eine Umzugsfirma zu engagieren – eine, die auf Seniorenumzüge spezialisiert ist. Wie auch sonst, gilt auch hier: Angebote vergleichen und dann am besten einen persönlichen Termin vereinbaren, bei dem alle Fragen und Anforderungen geklärt werden. Übrigens, meist ist es ja nicht damit getan, Kartons zu transportieren, häufig geht es um zusätzliche Aufgaben wie:

  • Verpacken des gesamten Hausrats, egal ob Wohnung, Dachboden, Garage oder Keller
  • Entsorgung von Möbeln, Teppichen oder Hausrat
  • Teppichreinigung
  • Renovierungsarbeiten in der alten Wohnung – Malern, Bodenbeläge oder Deckenplatten entfernen
  • besenreine Wohnungsübergabe an den Vermieter
  • Anschluss von Waschmaschine, Geschirrspüler, Herd
  • Entfernung/Befestigung/Anschluss aller Decken- und Wandlampen
  • Montage und Demontage von Rollos, Jalousien oder Ähnlichem

Auch um organisatorische Aufgaben, die rund um den Umzug anfallen, kümmern sich viele Umzugsunternehmen, beispielsweise um Ummeldungen bei Fernsehen, Rundfunkgebühr, Strom, Gas oder Telefon. Welche Leistungen davon in Anspruch genommen werden, entscheidet natürlich jeder selbst. Die umfangreichen Umzugsangebote in punkto Seniorenumzug zeigen jedoch, dass ein Seniorenumzug auch relativ stressfrei für alle Beteiligten ablaufen kann.

 




Haben wir Alten die Jungen wirklich versaut?

Haben die Babyboomer ihre Kinder zu Spießern erzogen, zu „blassen angepassten“ Jugendlichen? Haben wir Alten die Jungen wirklich versaut? Gibt es diesen Trend zum „Neo-Konventionalismus“ wirklich. Und, sind wir, ja, wir die Generation 50plus und 60plus daran schuld? Engagement egal, Politik egal – sind sie das, unsere Kinder? Nicht von ungefähr kennt heute noch jeder den Werbeslogan der LBS „Du Papa – wenn ich groß bin, will ich auch mal Spießer werden“, obwohl das schon eine halbe Ewigkeit zurückliegt.

Fünf Generationen und ihre Namen
Viele Junge juckt Altersvorsorge herzlich wenig
Kollabiert das Rentensystem?
Wann kommt es zum Aufstand der Jugend gegen Rentenpolitik?
So naiv sind die Jungen bei der Rente?

Klaudia Guesten hat sich in ihrem Blog mit der Generation Y – die Generation der von 1977 bis 1998 Geborenen – und der Erziehung durch die Babyboomer auseinandergesetzt und kann nur sagen „geht’s noch?“.


Ja, „Geht’s noch? Wir Babyboomer sollen die Generation Y versaut haben? Die neue Sinus-Studie offenbart dem Autor Sebastian Christ zufolge, dass uns, sprich den Eltern der Generation Y, die Visionen für eine bessere Zukunft abhanden gekommen sind. Aber unsere Generation erwarte gleichzeitig, dass die nächste Generation wie aus dem Nichts heraus mit neuen Ideen die Welt verändern solle – aus dem Nichts?“

Klaudia Guesten „kann da leider nicht folgen. Unsere Eltern und Großeltern waren Wegbereiter für eine neue Zukunft, nachdem Deutschland in Schutt und Asche lag. Über traditionelles Schubladendenken und erzkonservative Einstellungen brauche ich nicht streiten. Das verbuche ich unter ‚Generationenkonflikte’“.

Wo bleibt die Rebellion der Jungen?

Vielleicht, so meint sie, „sollte der Autor seine Eltern fragen, wie das so war in den 60er-, 70er- und 80er-Jahren; wer auf die Straße gegangen ist und gegen Atomkraftwerke gestritten hat; wer gegen den § 217 demonstrierte und Menschen-Friedensketten bildete, um gegen den Nato-Doppelbeschluss aufzubegehren“. Wer erinnert sich noch an Wackersdorf, Gorleben, Brokdorf, Ostermärsche, Emanzipation und Frauenbewegung? Damit setzt sich Klaudia Guesten ausgiebig in ihren Blogartikeln „Generationen. Trends. Veränderungen„ auseinanender. „Anscheinend haben nachfolgende Generationen nicht unseren Kampfgeist geerbt – und wir haben das verbockt und unseren Kindern nichts von unseren Siegen oder Niederlagen erzählt.“

Diskurs verlagert sich ins Word Wide Web

Klaudia Guesten wagt „zu bezweifeln, dass wir uns in den letzten Jahren zurückgelehnt haben. Genauso wenig, wie ich die ‚Jungen’ über einen Kamm schere, möchte ich auch die Babyboomer nicht über einen Kamm geschert wissen“. Sie behauptet, dass „wir unsere Kämpfe – genau wie die ‚Jungen’ – heute digital fechten. Auch wir sind vernetzt. Auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Kanälen. Wir unterzeichnen Petitionen bei Campact, wir lehnen uns gegen TTIP und Fracking auf. Der Diskurs wird weniger auf der Strasse geführt, er hat sich einfach ins Word Wide Web verlagert.“

So ein bisschen Spießer steckt doch in jedem von uns

Und noch eines Klaudia Guesten aufgefallen: „Wir ‚Alten’ haben heute ganz andere Kämpfe zu führen. Statista stellte bei Befragungen fest, dass die Altersdiskriminierung mit 49 Prozent über die Geschlechter-, Religions- und Herkunftsdiskriminierung triumphiert. Und das vor allem am Arbeitsplatz. Glück auf!“

Weiterführende Links: 




Alles, alles Liebe zum Muttertag

Alles Gute zum Muttertag! Liebe Mütter lasst euch heute feiern und verwöhnen – ihr habt es verdient. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Übrigens, auch Google feiert den Tag heute mit einen Google-Doodle, ein besonderes Logo zu Geburts- und Feiertagen.

Übrigens, jedes Jahr liegt der Muttertag auf dem zweiten Sonntag im Mai und „viele Mütter freuen sich jedes Jahr aufs Neue auf Frühstück am Bett, einen Kuchen, Blumen, einen Tag mit der Familie oder einfach eine nette, kleine Aufmerksamkeit“, so Muttertags-Tipps.

Auf der Seite findet ihr auch einige Gedichte, Sprüche und Karten zum Muttertag. Also, liebe Männer und Söhne sowie Töchter – lasst euch inspirieren.

Übrigens, der „Merkur“ hat so einiges zusammengetragen zum „Muttertag“. Beispielsweise die „Klassiker“ unter den Geschenken:

Blumen: Zum Muttertag Blumen zu schenken, ist nicht sonderlich geistreich, aber natürlich der Klassiker schlechthin. Es gibt wenig Frauen, die sich nicht über Blumen freuen – auch an anderen Tagen im Jahr. Selbst Müttern, die mit Schnittblumen ein Problem haben (zu vergänglich/Geldverschwendung/etc.), kann man mit einer besonderen Pflanze meistens eine Freude machen. Wer sich für einen Strauß entscheidet, ist mit gelben Rosen gut beraten. Sie drücken Dankbarkeit aus und stehen gleichzeitig für Glück und Freude. Außerdem werden Orchideen, Gerbera und Lilien gerne genommen. Ihre Botschaft: Bewunderung, Zuneigung, Freude, Respekt, Liebe und Schönheit.7

Schmuck: Vielleicht steht Mutti ja besonders auf einen bestimmten Schmuck-Designer, hat schon lange einen Blick auf diese ganz besonders zauberhaften Ohrringe oder den Ring mit dem wunderschönen Stein geworfen. Am Muttertag können außerdem Schmuckstücke sehr gut ankommen, die zum Beispiel ein Pendant haben – also ein Gegenstück, das dann vom Schenkenden auch getragen wird. Schmuck also, der einen verbindet. Ehrlicherweise muss man an dieser Stelle anmerken, dass Schmuck als Geschenk zwar ein Klassiker, aber auch eher teuer bis sehr teuer ist. Nicht jeder kann und will sich das zu diesem Anlass leisten. Und es ist auch nicht nötig. Schließlich gibt es genügend Alternativen.

Parfum: Zum Muttertag den Lieblingsduft schenken ist eine schöne Option. Vielleicht handelt es sich dabei sogar um ein Parfum, das nur schwer zu bekommen ist. Oder es gibt einen neuen Duft. Oder sogar einen von früher, der (wieder) auf dem Markt ist und den Sohn oder die Tochter an Kindheitsgerüche erinnert. Mit einer solchen oder ähnlichen Begründung – zum Beispiel in einer netten Karte (s.u.) – dürfte eigentlich jedes Mama-Herz schmelzen.

Einladung zum Essen/etwas zum Essen (z. B. Pralinen): Viele Mütter sind froh, wenn sie mal nicht selbst kochen müssen. Das weiß auch die Familie. Das Frühstück (am Bett) zum Muttertag versteht sich für viele von selbst. Meist wird Mami dann mittags oder abends nochmal schick zum Essen ausgeführt.

Karte: Eine Karte zum Muttertag ist oft die Ergänzung zum obligatorischen Strauß Blumen. Man kann sie kaufen oder natürlich selber basteln. Wichtig ist aber weniger die Karte selbst, sondern natürlich ihr Inhalt. Ein Video, das zeigt, wie es gehen könnte macht deutlich: Es ist schön, aber oft auch sehr leicht, „Ich liebe dich“ und „Danke“ zu sagen. Berührend wird es dann, wenn man Worte findet, die darüber hinausgehen. Die Frage lautet deshalb: Wie würde ich meiner Mutter sagen, wie viel sie mir bedeutet, was ich in ihr sehe und wofür ich sie bewundere, wenn ich diese beiden Worte nicht benutzen darf?




Drei von Vier arbeiten bis zur Regelaltersgrenze

Etwa jeder Vierte schafft es nicht, bis zum Schluss zu arbeiten und geht vorzeitig in Rente. Klar, das kostet. Dafür müssen die Frührentner mit weniger Geld im Alter auskommen. Diese Einbußen hielten aber 2014 knapp 200 000 Deutsche dennoch nicht davon ab, vor der Regelaltersgrenze ihre Rente zu beantragen.

Die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann hatte beim Bundesarbeitsministerium eine entsprechende Anfrage gestartet und eben diese Antwort bekommen. Darin heiße es, so die „Thüringer Allgemeine“ die Versicherten, „die die Anspruchsvoraussetzungen erfüllten, entschieden vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Lebensumstände grundsätzlich selbst, ob sie eine Regelaltersrente beziehen oder unter Inkaufnahme von Abschlägen frühzeitig in Rente gehen“. Im Schnitt gehen diese Frührentner zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze in den Ruhestand, zumindest war das 2014 so. Neuere Zahlen gibt es offensichtlich. Zwei Jahren bedeuten Abschläge von 7,2 Prozent, denn jeder Monat früher bedeutet einen Abschlag von 0,3 Prozent.

Nicht immer freiwillig in Frührente

Nicht immer stehe hinter dem Renteneintritt mit Abschlägen wirklich eine freie Entscheidung, so die „Thüringer Allgemeine“. Oft spiele die Gesundheit nicht mehr mit. Wer arbeitslos ist, kann auch vom Jobcenter zum vorzeitigen Rentenantrag genötigt werden. Für Sabine Zimmermann sei klar, so zitiert sie die „Thüringer Allgemeine“, dass „die Menschen so früh wie möglich in Rente gehen wollen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben“.

Was die Deutsche Rentenversicherung dazu sagt:

Wer davon spricht, dass er demnächst in Rente gehen will, meint damit seine Altersrente. Was viele aber nicht wissen: Es gibt verschiedene Altersrenten mit unterschiedlichen Zugangsbedingungen. Je nachdem, welchen beruflichen Lebensweg Sie zurückgelegt haben, passt die eine oder andere der Varianten besser für Sie. Seit dem Jahr 2012 wird für ab 1947 Geborene die Regelaltersgrenze schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Für die Geburtsjahrgänge ab 1964 ist dann im Jahr 2031 67 die Regelaltersgrenze. Wer seine Rente früher erhalten will, muss in aller Regel Abschläge in Kauf nehmen. Die ständig steigende Lebenserwartung der Bevölkerung macht es nötig.

Übrigens arbeiten heute eher mehr als weniger bis zur Regelaltersgrenze wie die Deutsche Rentenversicherung belegt. Seit 2012 zeige sich, dass „neue Altersrentnerinnen und -rentner in geringerem Maße vorzeitig in Rente gehen“, so die DRV. Dieser Trend habe 2014 fortgesetzt. Analysen der Deutschen Rentenversicherung zufolge sank der Anteil der wegen vorzeitigen Rentenbeginns gekürzten Renten gegenüber dem Vorjahr von 36,7 auf 23,9 Prozent.

Weiterführende Links:




Steht die Lebensversicherung vor dem Aus?

Wieder fällt ein Teil des Altersvorsorge-Mix weg. Der Garantiezins für Lebensversicherungen wird zwar nicht abgeschafft, wie der Bundesfinanzminister eigentlich geplant hatte. Die Bundesregierung ruderte wieder zurück. Dafür wird der Garantiezins ab 2017 gesenkt, was einer „Bankrotterklärung“ für die Altersvorsorge gleichkommt, zumindest was klassische deutsche Lebensversicherungen betrifft. Denn, künftig lohnt sich der Abschluss einer Lebensversicherung schlicht nicht mehr. Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten sieht schwarz für diese Anlageform.

 

Entwicklung Garantiezins

Entwicklung Garantiezins

Schon heute liegt der Garantiezins nur noch bei 1,25 Prozent – es waren mal vier Prozent vor 15 Jahren. Und dann ging es systematisch nach unten: 3,25 Prozent von 2000 bis Anfang 2014, 2,75 Prozent dann bis Anfang 2007, 2,25 Prozent bis Anfang 2012, dann 1,75 Prozent – und seit Anfang 2015 nur noch 1,25 Prozent. Um welche Beträge es dabei geht, lässt sich am besten an der Statistik der Deutschen Bundesbank ablesen: 18 Prozent des Vermögens privater Haushalte liegen bei Versicherungen, bezogen auf das Geldvermögen von 5,23 Billionen Euro sind es nach Schätzung der Allianz 37 Prozent das heißt, mehr als 1,9 Billionen Euro. Und es geht noch weiter nach unten: Die klassische Lebensversicherung stehe kurz vor der Bankrotterklärung, schreibt die „Welt“. So soll „der sogenannte Garantiezins zum 1. Januar 2017 auf unter ein Prozent sinken – genau genommen auf 0,9 Prozent“. Aktuell liegt er noch bei 1,25 Prozent.

Altkunden trifft es nicht

Für bestehende Verträge gilt die Abschaffung des Garantiezinses nicht:

Alle Sparer, die in den vergangenen Jahren eine Lebenspolice abgeschlossen haben, können beruhigt sein: Das Zinsversprechen, das ihnen die Versicherung gegeben hat, ist weiterhin gültig. Nur wer mit dem Gedanken spielt, in Zukunft eine Police abzuschließen, wird sich auf keine staatlich verordnete Garantiehöhe mehr berufen können. (Welt)

Vermögen der privaten Haushalte

Vermögen der privaten Haushalte

Für Junge allerdings ist die Lebensversicherung als Form der Altersvorsorge damit uninteressant. „Finanztipp“ schrieb schon im Februar 2015: „Finger weg vom Neuabschluss“.

Klassische Lebens- und Rentenversicherungen lohnen sich nicht mehr. Das liegt an den niedrigen Zinsen und den hohen Kosten. Von 1,25 Prozent Garantiezins verbleiben im Durchschnitt nur 0,42 Prozent.  Schlecht sind auch die Aussichten für die über den Garantiezins hinausgehende Überschussbeteiligung.

„Ebenfalls von Bedeutung für die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte waren die Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen, die netto um gut 13 Milliarden Euro aufgestockt wurden. Die ungeachtet der derzeit sehr niedrigen Renditen fortgesetzte Präferenz für diese Anlageform, die typischerweise als risikoarm gilt, deutet zusammen mit der Bedeutung der Bankeinlagen in der Geldvermögensbildung auf eine anhaltend hohe Risikoaversion der privaten Haushalte hin.“ (Deutsche Bundesbank)

Versicherungskonzerne müssen kreativ werden

Die Versicherungskonzerne werden sich in Zukunft wohl etwas Neues einfallen lassen müssen – und sie können abgesehen vom Wegfall der Verordnung des Bundesfinanzministers Garantiezusagen abgeben. Aber die Deutschen werden auch weiter Lebensversicherungen abschließen – im vergangenen Jahr waren es immerhin mehr als 370 000, was wieder einmal beweist, wie risikoavers die Deutschen sind und sich damit ins eigene Fleisch schneiden, denn mit dieser Haltung lässt sich keine attraktive Altersvorsorge aufbauen.


Was ist der Garantiezins? Mit dem Garantiezins, der auch Höchstrechnungszins genannt wird, können Versicherungskunden nach Abzug der Abschluss- und Verwaltungskosten sicher rechnen. Momentan, sprich 2015, liegt er für Neuverträge noch bei 1,25 Prozent, zwischenzeitlich lag er schon mal bei vier Prozent. In Alt-Verträge sind damit vier Prozent festgeschrieben. Die Absenkung auf 0,9 Prozent geht vom Finanzministerium aus, das damit skeptischer ist als die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV). Die deutschen Aktuare hätten den Garantiezins gern noch länger bei 1,25 Prozent behalten und empfahlen, Garantiezins für Neuverträge erst ab 2018 auf ein Prozent zu senken. Festgelegt wird die Höhe des Garantiezinses vom Finanzministerium – und zwar per Verordnung. Übrigens, die Bundesregierung wollte den Garantiezins sogar schon mal ganz abschaffen, änderte dann aber ihre Meinung.  Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – kann gut sein, dass der Garantiezins nicht ganz wegfällt. Das soll aber erst 2018 geprüft werden.

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