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Wie schnell wir altern, hängt zwar viel von unseren Genen ab. Dagegen können wir aktiv etwas unternehmen. Unsere Einstellung zum Leben spielt eine wichtige Rolle. Wer dem Leben positiv gegenüber steht, hat die Chance älter zu werden. Klar, Sport und Ernährung fördern die Gesundheit – davon später. Dieses Mal geht es um Wellness, Kuren und Anti-Aging-Strategien. Der Trend zum Kurlaub hält an.

Wie können wir aktiv unsere Gesundheit unterstützen? Der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky hat dafür den Begriff Salutogenese – im Gegensatz zur Pathogenese – geprägt. Er sah Gesundheit „nicht als Zustand, sondern als Prozess“, so Wikipedia. Das heißt, wir sind zum großen Teil für unsere Gesundheit verantwortlich. Wie besser ließe sie sich erhalten und fördern als mit einer Kur, einem Thermenbesuch oder der Rehabilitation nach einer Krankheit? Deswegen will ich in dem Beitrag einige Methoden und Ansätze vorstellen.

Traditionelle europäische Heilmethoden

So langsam erinnern wir uns wieder der traditionellen europäischen Heilmethoden, kurz TEM. Das heißt, wieder eins mit sich zu werden, sich zu spüren und zu fühlen. Im Grund sind Thalasso und Kneipp alt bekannt. Was kann Kneipp, was Moor und Sole? Natürlich könnte ja auch die Kranken-, sorry Gesundheitskasse etwas dafür tun. Aber, niemand sollte sich täuschen, denn sie zahlen nur in Ausnahmefällen. Also bleibt die Gesundheitsfürsorge doch wieder beim Einzelnen hängen.

Was sind die wichtigsten Naturheilverfahren? Das reicht von der Änderung des Lebensstils über Hydro-, Ernährungs- und Bewegungstherapie, dazu kommen Klima- und Thalassotherapie, dann die Phytotherapie, schließlich Fasten und Chronobiologie, nicht zu vergessen die Aroma- und Farbtherapie. Ein ganz besonderer Stellenwert komme der Achtsamkeitslehre und der Meditation zu.

Was ist Thalasso?

Klingt sophisticated, heißt aber nur „irgendetwas mit Meer“, denn Meer heißt auf Griechisch thalassa (θάλασσα). Im Grunde geht es darum, das Meer auf sich wirken zu lassen: Sonne und Meerklima wirken wohltuend. In Deutschland haben wir ja Nord- und Ostsee. Meeresluft ist allergenarm und salzhaltig, das heißt, kaum belastet mit Pollen und Schadstoffen. Ferner wirken Sonne und UV-Strahlung positiv auf unser Immunsystem und unsere Psyche. Aber es ist ja das Meerwasser auch, das Entzündungen abheilen lässt. Wenn wir uns den Wellen entgegenstemmen, bauen wir Muskeln auf und regen die Durchblutung an. Die Thalasso-Therapie lässt sich mit Algen- und Schlickpackungen kombinieren. Balneologische Wellness ist ein Klassiker

Was ist die Klima-Therapie?

Nicht nur Meeresluft fördern die Gesundheit, sondern auch Höhenluft im Mittel- und Hochgebirge. Ferner beugen UV-Strahlen über die Vitamin-D-Synthese vor. Hierzulande finden Wellness-Suchende mehr als 60 heilklimatische Kurorte. Die Mittelgebirge sind meist überzogen mit Wäldern – ein Spaziergang im Wald wirkt Wunder dank des höheren Sauerstoffgehalts der Waldluft. Außerdem beruhigt Grün. Im Hochgebirge spielen vor allem die höhere UV-Strahlung eine Rolle und der niedrige Luftdruck sowie die geringe Luftfeuchtigkeit. Zur Erinnerung: UV-Licht bringt die innere Uhr wieder in Takt und „sorgt gleichzeitig dafür, dass der Neurotransmitter Serotonin wieder in höherer Konzentration vorliegt“, so die Depression-Therapie-Forschung. Wie mittlerweile allgemeinhin bekannt, ist Serotoninmange Ursache für Depressionen. Zudem hat Sonne und Licht positive Einflüsse auf die Knochen und das Immunsystem.

Was ist die Sole-Badekur?

„Schon die alten Römer kannten die heilende Wirkung des Thermalwassers“, schreibt die Therme Bad Wörishofen in ihrem Magazin. Sole ist einfach nur Wasser mit Salz – in Bad Wörishofen beispielsweise ist die Salzkonzentration mit 20 Prozent ähnlich hoch wie im Toten Meer. Wer ins Sole-Bad steigt, sollte sich nicht wundern, wenn er aufschwimmt. Deswegen sind auch immer Haltegriffe da, um sich in Position zu bringen. Das Sole-Bad entlastet Gelenke und Muskeln und tut gut bei rheumatischen Erkrankungen. Es regt dazu den Stoffwechsel an, wirkt desinfizierend und lindert Hautkrankheiten.

Was ist die Trink-Kur?

Marienbad, Karlsbad, Bad Griesbach – wer mit einer Trinkkur seiner Gesundheit auf die Sprünge helfen will, hat die Qual der Wahl. Wie wichtig ein „gesundes Trinkverhalten“ ist, weiß der Fitness-Experte Prof. Ingo Froböse. Das ist in jüngster Zeit etwas in Vergessenheit geraten. Er engagiert sich deswegen für den Verein Wasser für Menschen (wasser-fuer-menschen.org). Übrigens haben Trinkkuren eine lange Tradition – höchste Zeit, sich wieder daran zu erinnern. Dem Heilbäderverband zufolge haben schwach mineralisierte Heilwasser eine reinigende Wirkung, höher mineralisierte Heilwasser gleichen einen Mineralmangel im Körper aus.

Was ist die Moor-Therapie?

Bei Athrose, Osteoporose und Beschwerden in den Wechseljahren bietet sich eine Moorkur an. Warmes Moor stärkt die Muskulatur und entlastet die Gelenke. Das Moorbad ist eigentlich eine systemische Hyperthermie, das heißt, der Körper wird auf 43 Grad überhitzt, ohne dass sich der Patient verbrüht. Dabei wirkt die Erwärmung auf den endokrinen und vegetativen Regelkreislauf. Das stärkt die Immunabwehr, entspannt und beruhigt. Moorbäder lindern chronische Schmerzen. Es ist indes nicht nur die Wärme, sondern es sind auch die im Torf enthaltenen Substanzen, die ihre Heilkraft entfalten. Dazu gehören Humin- und Fulvinsäuren. Das bringt auch nervöse Zappelphilippe wieder auf den Teppich. Es gibt Moorpackungen, Vollbäder, Moorkneten, Moortreten und Moortrinkkuren. „Diese biologische Wirkungen sind anti-entzündlich, antiviral, antiallergisch und vor allem schmerzhemmend“, zitierte die „Welt“ Prof. Karl-Ludwig Resch, Leiter des Instituts für Gesundheitsforschung in Bad Elster.

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

3 Comments

  1. Erwarten? Erwarten tu ich schon mal gar nichts. Es kommt wie es kommt und meist ist es mit den Vorsätzen so eine Sache. Ich gehe die Dinge an, die ich erledigen und machen will und gut ist. Ich bin 66 Jahre alt und freue mich an jeden Tag, den der liebe Gott mir gesund schenkt
    Ich freue mich und bin dankbar, dass ich einen Enkel bekommen hat, der ebenfalls gesund ist und ich hoffe, und wünsche mir, dass ich noch viele glückliche Jahre mit ihm verbringen darf.

    Erwarten setzte ich jetzt mit „ich wünsche mir“ gleich.
    Reisen, das habe ich hinter mir, das muß nicht mehr sein.

    Lieben Gruß Eva

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    1. Hallo Eva,
      danke für deinen Kommentar. Das ist eine resiliente, sprich gelassene Sichtweise, die das Leben vereinfacht – c’est la vie sagen die Franzosen.
      Viel Glück für 2016
      Lg
      Helmut

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