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Die Rentenversicherung kürzt und kürzt und kürzt – um wie viel hat jetzt Linken-Rentenexperte Matthias W. Birkwald wissen wollen. Um die Renten bezahlbar zu machen, folgen die Renten eben nicht mehr automatisch den Löhnen. Dämpfung nennt sich das Ganze. Die „tz“ hat’s mal ausgerechnet und kommt auf eine Differenz von 722,52 Euro für das Jahr 2015. Das ist der Ist-Stand – in den kommenden Jahren wird die Differenz eher noch größer.

Die Renten sinken weiter

Wer in einige Jahren in Rente geht, wird im Verhältnis deutlich weniger bekommen als ein heutiger Rentner wegen des Dämpfungsfaktors. Birkwald hat es ausgerechnet. „Zwischen 2003 und 2029 werden die Renten um fast 12 Prozentpunkte von der Lohnentwicklung abgekoppelt. Dabei hat die Talfahrt noch nicht einmal richtig begonnen. Allein zwischen 2016 und 2029 wird die Rentenanpassung fast 8 Prozentpunkte hinter den Löhnen zurückbleibe“, so Birkwald. Deshalb fordert „Die Linke“ das Rentenniveau anzuheben, um wieder eine lebensstandardsichernde Rente zu garantieren. Das scheint nur niemand zu interessieren. Als Birkwald das im Bundestag vortrug, war der Saal – bis auf die Linke – fast leer.

Was heißt „Dämpfungsfaktor“? Rentenerhöhungen werden etwa gedämpft, wenn die Zahl der Rentner stärker als die Zahl der Beitragszahler steigt. Diese Kürzungsfaktoren bewirken, dass die Rentenanpassungen seit 2003 insgesamt rund 4,4 Prozentpunkte hinter der für die Rentenerhöhungen ansonsten maßgeblichen Lohnentwicklung zurückgeblieben sind.

Der Standardrentner verarmt

In den kommenden Jahren wird es eher schlimmer als besser, denn zwischen 2016 und 2029 sollen es noch einmal fast acht Prozentpunkte sein. Würde die Dämpfung zurückgenommen, hätten die Rentner deutlich mehr in der Geldbörse. Die Linken fordern eine Anhebung des Sicherungsniveaus, sprich Verhältnis der Rentenhöhe eines Standardrentners gegenüber dem Durchschnittsverdienst. „Während langjährige Beitragszahlungen schon jetzt kaum noch für auskömmliche Renten sorgen, leiden die heutigen Rentnerinnen und Rentner schon jetzt an dem steigenden Wertverlust ihrer Renten“, argumentiert Birkwald.

Heute liegt das Rentenniveau bei etwa 48 Prozent 2014, 2029 wird es voraussichtlich bei knapp 45 Prozent liegen. Birkwald will, dass damit Schluss ist und die Renten wieder den Löhne 1:1 folgen. „Würden wir die Rentenkürzungen bis zum Jahr 2015 rückgängig machen, hätte eine Rentnerin, die 45 Jahre zum Durchschnittsverdienst gearbeitet hätte, 722,52 Euro mehr Rente im Jahr. Im Jahr 2029 wären es sogar 2939,34 Euro mehr Rente jährlich. Dann würde die Rente wieder den Lebensstandard sichern. Für die Rentnerin wäre das eine schöne 13. Monatsrente“, rechnet Birkwald vor.

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Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

3 Comments

  1. […] noch mehr interessante Details. So wird 2030 der Beitragssatz auf 21,8 Prozent gestiegen sein, der Standardrentner bekommt dann 1844 Euro monatlich, das entspricht einem Rentenniveau von 44,5 Prozent. […]

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  2. danke für den sachkundigen Kommentar. Wünsche auf diesem Weg ebenfalls besinnliche Weihnachten und eine stressfreies Neues Jahr.

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  3. ja, die Renten sind auf Jahre im Sinkflug. Es ist aber nicht die böse Regierung, die uns die Renten nicht gönnt und gnadenlos uns die Renten kürzt. Wir sind es selbst! Diese Perspektive will einfach bei den Medien keine Beachtung finden. Wer in Mathe relativ fit ist, oder zumindest seine fünf Sinne beisammen hat, begreift sehr schnell, dass wir Oldies in zunehmenden Maße bei respektabler Gesundheit immer älter werden. Das sei uns doch auch gegönnt. Die schlechte Nachricht ist, dass unsere nachfolgende Generation, die unsere Renten einzahlt, gar nicht so viel “buckeln” kann, wie wir zum Erhalt unseres ehemaligen Rentenniveaus benötigen würden. Wir Silver Ager werden von Jahr zu Jahr immer mehr und verdingen uns bei bester Laune und Gesundheit auf diesem Globus und werden 70 (so wie so), 80, immer häufiger, 90 auch keine Seltenheit mehr und …..neulich hat ein Japaner mit 105!!! seinen persönlichen Rekord im 100 m -Lauf eingestellt, soll heißen…. wir wollen 100 werden. Super! In den siebziger und achtziger Jahren waren wir es aber selbst, die das süße Leben kosteten und darauf verzichteten, die notwendigen vier oder fünf Kinder pro Familie in die Welt zu setzen. Diese nämlich würden heute in ausreichender Pro-Kopf-Zahl in den Rententopf einzahlen und unsere Alersruhegelder finanzieren. Dumm gelaufen: Möglichkeit 1: wir schnallen alle den Gürtel etwas enger, weil es so ist wie es ist…Möglichkeit 2: wenn wir noch Ende 50 sind, haben wir noch Chancen auf das eine oder andere Erbe..Möglichkeit 3: Wir bieten uns dem Arbeitsmarkt an: so ganz nach eigenem Gusto: Voraussetzung ist: wir können ganz scharf unsere einzigartigen Fähigkeiten als Alleinstellungsmerkmale herausarbeiten.
    Nur bitte eines nicht: Jaulen auf hohem Niveau. Dafür geht es uns Europaweit deutlich zu gut!
    Frohe Weihnachten Ihnen allen und genießen Sie the glory silver Age!
    Georg-W.Moeller

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