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Der Herbst und noch mehr der Winter haben’s in sich. Die Erkältungsgefahr steigt, die Stimmung fällt. Das Immunsystem wird auf die Probe gestellt – und versagt häufig. So ging’s auch mir. In dieser Infekt-Saison haben mich Influenza-Viren schon zweimal erhascht, obwohl’s noch bis vor kurzem gar nicht richtig nieselig war. Der November war eher ein verlängerter goldener Oktober. Woran liegt es, dass ich dieses Jahr so häufig krank wurde? Am Alter? Zumindest war 

Also, von wegen Erkältung – nicht bei der Wärme bis Mitte November, zumindest in München. Viren scheint das auch ziemlich egal zu sein. Was sie wirklich lieben, sind Massenansammlung: dichtes Gedränge in der U-Bahn, Gewühle im überheizten Kaufhaus, geselliges Geplauder in der Teeküche. Virusbeladene Tröpfchenwolken wabern durch den Waggon, die sich mit jedem Niesen, jedem Husten und selbst beim Sprechen verdichten. Irgendwann ist auch der letzte Gesunde infiziert und hat die Viren inhaliert, unfreiwillig. Sie setzen sich dann in den Schleimhäuten fest, wandern die Bronchien hinunter und beginnen ihr fieses Werk.

Erkältung dauert sieben Tage

Bis es anfängt, im Hals zu kratzen und die Nase trieft, dauert es meist ein bis zwei Tage, dann bricht sich die Influenza ihre Bahn. Wie heißt doch dieser nette Spruch? „Eine Erkältung dauert ohne Behandlung sieben Tage, mit Behandlung eine Woche“. Der Körper wehrt sich –und das dauert eben.

Keiner will sich eine Erkältung einhandeln. Wie aber sich dagegen wappnen? In den Jahren davor habe ich mich immer impfen lassen: Grippeschutzimpfung – und blieb auch davon verschont. Dieses Mal habe ich es irgendwie verpasst. Damit bin ich übrigens nicht allein: Die Deutschen sind rechte Impfmuffel. Bei den Jüngeren lässt sich dem Robert Koch Institut zufolge nur jeder vierte impfen. Dabei bringt Impfen einiges wie die „Apotheken Umschau“ argumentiert, denn, „der Impfstoff sieht dem eigentlichen Erreger äußerlich sehr ähnlich, ist aber so konzipiert, dass er nicht krank macht; für die Körperabwehr reicht das Vorgaukeln allerdings aus, um Abwehrstoffe zu bilden – und sich diese auch zu merken.“ Und kommt es dann doch zum Ernstfall, das heißt, „befällt später einmal der tatsächliche Erreger den Körper, kann der Körper sofort mit einem ganzen Bataillon spezifischer Abwehrstoffe reagieren“.

Abwehrkräfte stärken

Die Alternative zum Impfen: die Abwehrkräfte stärken, um dem Immunsystem zu helfen. Wie? Die Techniker Krankenkasse hat ein paar Tipps auf Lager:

„Ob Kälte, Frieren oder Schwitzen tatsächlich Erkältungskrankheiten fördern, ist wissenschaftlich zwar nicht eindeutig belegt. Doch ist es sicherlich sinnvoll, für eine angenehme Umgebungs- und damit Körpertemperatur zu sorgen. Im Winter kann ein Schal oder Tuch vor dem Mund Schutz bieten. Sie sollten solche Textilien jedoch täglich wechseln, damit sich darauf keine schädlichen Erreger vermehren.“

Also, auch die Techniker bezweifelt, dass eine Erkältungserkrankung unbedingt durch Kälte kommen muss.

„Wichtig ist ausreichend Schlaf. Das Schlafzimmer sollte gut belüftet und nicht zu warm sein. 18 Grad Celsius reichen aus. Schlafen hilft dem Körper, sich zu regenerieren. Wer Nächte hindurch feiert oder arbeitet, schwächt sein Immunsystem. Auch Stress und Allergien können auf diese Weise dazu beitragen, dass eine Erkältung entsteht.“

Da ist sicher was Wahres dran. Vor allem Stress schadet dem Immunsystem. Vielleicht einen Gang runter schalten im Herbst und Winter.

Zigaretten sind der ideale Komplize von Erkältungsviren. Der eingeatmete Rauch vermindert die Reinigungsfunktion der Schleimhaut, die deshalb Viren und Bakterien schlechter abtransportieren kann. Die Erreger vermehren sich deshalb stärker. Die Schleimhaut von Passivrauchern ist ebenfalls betroffen, wenn auch nicht so stark.“

Nur gut, dass ich Nichtraucher bin – habe mir aber trotzdem Schleimmonster eingefangen.

Trinken Sie ausreichend. Denn wie bei Fieber braucht der Körper auch bei drohender Erkältung viel Flüssigkeit. Geeignet sind zum Beispiel Kräutertees und Wasser. Eis ist ein wirkungsvolles Mittel gegen Halsschmerzen. Alkohol, Kaffee und schwarzen Tee sollten Sie dagegen meiden.“

Na, dann bin ich jetzt nicht ganz so überzeugt. Schwarzer Tee mit Zitrone kann doch nicht schaden, oder? Was sich anbietet: Zitronentee mit Ingwer – und etwas Honig. Schmeckt gut und hilft allein schon damit.

„Achten Sie außerdem auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit, damit die Nasenschleimhaut optimal funktionieren kann. Bei Kälte ist die Luft generell trockener. Heizungsluft verstärkt diesen Effekt noch. Abhilfe schaffen feuchte Tücher über der Heizung und regelmäßiges Lüften.“

Kalte Luft nimmt allerdings weniger Wasserdampf auf, schon allein deswegen ist sie trockener als im Sommer.

„Durch regelmäßige körperliche Bewegung geht die Zahl der Erkältungen ebenfalls zurück, wie US-amerikanische Wissenschaftler herausfanden.“

Da kann durchaus etwas dran sein. Was freilich einfacher klingt, als es ist, denn in der dunklen Jahreszeit schüttet die Zirbeldrüse mehr Melatonin aus, das nicht nur die Stimmung drückt, sondern auch unsere Lust dämpft, Sport zu treiben. Also, jede Gelegenheit nutzen und sich auch von anderen inspirieren lassen, raus zu gehen – und wenn’s nur der Spaziergang am Mittag ist. Am besten ist es, sich zusammen zu tun, denn gemeinsam ist es leichter. Helfen kann auch eine Lichttherapie mit Speziallampen.

Wie kommen wir zu Vitamin D?

Noch ein Wort zur Ernährung: Hauptproblem dürfte Vitamin D sein. Denn gerade im Winter wird es für den Körper schwierig wegen der geringeren Sonneneinstrahlung, über die Haut selbst aus dem körpereigenen Stoff Dehydrocholesterin das Vitamin D zu bilden. Um es auf einen kurzen Nenner zu bringen: Wir sind einfach zu selten draußen – und dann scheint im Winter auch nicht immer die Sonne. Blöd, wir kriegen somit einfach zu wenig UV-Licht ab. Was hilft: Frisches Obst klingt zwar gut, hat aber nur wenig Vitamin D. Den höchsten Gehalt haben Fische wie Hering, Aal und Lachs sowie Sardinen – vom Lebertran mal abgesehen. Es würde also helfen, häufiger mal Fisch zu essen. Übrigens, Sprotte und Bückling sind richtige Vitamin-D-Bomben. Wenn es um das Vitamin E geht, dann stechen Nüsse hervor. Beide, D und E, stärken das Immunsystem, dazu noch Vitamin C.

Um es noch mal zusammen zu fassen:

  • Möglichst häufig raus im Winter zum Sonnetanken
  • Viel Fisch und Nüsse
  • Frisches Gemüse
  • Aktiv bleiben
  • Stress vermeiden
  • Ausgiebig schlafen
  • Mehr trinken
  • Abhärten durch Sauna beispielsweise

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Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

5 Comments

  1. Seitdem ich meinen Hund habe, bin ich viel öfter draußen. Auch im Winter…
    Seitdem bin ich viel weniger Krank, es ist also schon was drann, das bewegung und wenigstens ein wenig Sonne im Winter sehr gut ist. Klasse Artikel!

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    1. Hallo Werner,
      danke für den Kommentar … ist ja fast eine Bestätigung dessen, was ich geschrieben habe.

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  2. Hallo Irene,
    danke für deinen Kommentar. ich fürchte leider, dass du Recht hast. So ein paar Sonnenstrahlen verbessern aber auf alle Fälle die Stimmung. Ich habe übrigens wieder angefangen, mehr Bananen zu essen – und bei Fisch habe ich eh kein Problem, bin ein Fan.

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  3. Die Wintersonne steht zu tief, um noch Vitamin D zu bilden – da lohnt sich die Sonne vor allem für die gute Laune. Faustregel: Vitamin D bildet man bei einem Sonnenstand, bei dem man auch etwas bräunen könnte, und dafür müsste man Ende November auf die Berggipfel. Auch die Abendsonne im Frühling und Herbst ist in Sachen Vitamin D nichts wert.

    Letzten Endes kommt man nicht um Vitamin-D-Tabletten herum, wenn man ganzjährig gut versorgt sein will. Einen Mangel zu beheben ist ja auch zur Osteoporose-Vorbeugung wichtig (ich bin nach einer überstandenen Überfunktion der Schilddrüse dazu gekommen, mich wegen meiner Risikofaktoren damit zu befassen):
    http://schilddruesen-unterfunktion.de/2012/10/vitamin-d-mangel-vorbeugen/

    Es gibt Studien, wonach die Erkältungsanfälligkeit bei guter Vitamin-D-Versorgung sinkt. Ich persönlich merke aber nichts davon, weil ich mir meine Erkältungen vor allem dann hole, wenn ich zu sehr ausgekühlt oder in der Zugluft gestanden bin. Im Frühstadium (also sporadisch niesen) lässt sich die Sache aber oft noch in der Sauna rumreißen.

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