image_pdfimage_print

Viel zu viele verlassen sich immer noch ausschließlich auf die gesetzliche Rente und sind dann arm in der Rente. Dabei vergessen sie, dass als Rentner weniger als die Hälfte bekommen bezogen auf das durchschnittliche Einkommen – und das ist noch nicht das Ende. Gegenwärtig liegt das Rentenniveau noch bei etwas mehr als 47 Prozent gemessen am jeweiligen Durchschnittseinkommen. Bis 2028 sind das Rentenniveau jedoch auf 44,4 Prozent dem Rentenversicherungsbericht zufolge.

Inflation frisst Rente

Gleichzeitig steigt die Inflation stärker als die Renten. Das bedeutet jedoch letztlich nichts anderes als eine schleichende Enteignung – und der folgt die Verarmung. Die Rentenerhöhung zum 1. Juli um 2,1 Prozent in West- und 2,5 Prozent in Ostdeutschland ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Langfristperspektive sieht düster aus. Die „Süddeutsche Zeitung“ hat das schön in einer Grafik veranschaulicht.

Sie zitiert Statistikprofessors Gerd Bosbach mit den Worten, „die Bestandsrentner werden von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt“. Die Zeitung rechnet vor, dass „ein langjähriger Versicherter, der im Jahr 2000 mit 35 Beitragsjahren in Rente ging, erhielt eine durchschnittliche Rentenzahlung von 1021 Euro, 2014 belief sich das Altersgeld für Neurentner nur noch auf 916 Euro“. Dumm nur, dass die Preise im Schnitt um 24,4 Prozent gestiegen sind, so dass er eigentlich mehr Rente beziehen müsste, um die Inflation auszugleichen.

Arm in der Rente – weil die nicht mehr reicht

Es dürfte nicht verwundern, dass die „Zahl der Pensionäre, die zur Sicherung des Lebensunterhalts auf Grundsicherung angewiesen sind, gestiegen ist“, so das Blatt.

Allein an diesen  Beispielen wird deutlich, dass heutige Vorruheständler unbedingt privat vorsorgen müssen, um diese Differenz wenigstens teilweise auszugleichen.

Sozialer Abstieg programmiert

Die „Süddeutsche“ zitiert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Annelie Buntenbach, die „vor wachsender Altersarmut warnt“: So drohe bei einem Rentenniveau von 43 Prozent „auch für Durchschnittsverdiener der soziale Abstieg“. Das Blatt rechnet vor: „Bekomme etwa ein Metallarbeiter bei einem Niveau von 50 Prozent und 2600 Euro Lohn 1100 Euro Rente, seien es bei 43 Prozent nur noch 960 Euro“. Deswegen fordere der Sozialverband VdK, das Rentenniveau bei 50 Prozent einzufrieren.

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

Kommentar verfassen