image_pdfimage_print

Die Mehrzahl der Deutsche hat gaanz viel Geld auf Giro- und Tagesgeldkonten gebunkert – und dafür gibt’s fast keine Zinsen mehr. Bei einer Inflation von 0,7 Prozent verlieren sie damit automatisch Geld, Geld, das ihnen im Alter fehlt.

Über Geld sprich man nicht

Dazu kommt, dass gerade bei Deutschen noch vielfach der Spruch „über Geld spricht man nicht“ im Kopf herumspukt. Das ist schon fast masochistisch in Niedrigzinszeiten, die uns Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), vorschreibt. Damit schlittern die Deutschen automatisch in die Altersarmut. Denn, die Deutsche Rentenversicherung kürzt darüber hinaus die Leistungen, denn die Renten mit 67 ist nichts anderes als eine verkappte Rentenkürzung.

FOCUS Online hat sich mit Thema auseinandergesetzt und kritisiert die Vogel-Strauß-Politik, denn „anstatt Alarm zu schlagen und einen Finanzplan mit ihrem Bankberater aufzustellen, machen die Deutschen – nichts“. Dabei verweist das Internetportal auf eine Studie von Postbank und TNS Emnid. Danach halten „deutsche Verbraucher an längst überholten Grundsätzen fest“.

Immer noch ein Tabuthema

Das Thema Altersvorsorge ist für viele „ganz weit weg“, so der häufig gehörte Kommentar. „Vor allem für 40- bis 60-Jährige ist Geld Tabuthema“, so FOCUS Online – und „dabei sollte gerade diese Altersgruppe an die Zukunft denken und sich verstärkt Gedanken über die Altersvorsorge machen“. Laut Emnid-Studie stimmen drei Viertel der Befragen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 1500 bis 1999 Euro der Aussage zu, über Geld spreche man nicht. Besserbetuchte sind eher bereit, über das Thema Geld zu reden.

Deutsche sind Finanz-Analphabeten

Erschreckend ist auch das dürftige Fachwissen in punkto Finanzen. „Wenn es jedoch darum geht, den eigenen finanziellen Erfolg einzuschätzen, gibt der Großteil der Deutschen klein bei“, so FOCUS Online. Annähernd die Hälfte der Befragten sagte der Studie zufolge „nicht besonders erfolgreich mit ihren Einkünften zu haushalten, allen voran die 16- bis 29-Jährigen“. Die Gruppe der 40- bis 49-Jährigen ist aber auch kaum besser organisiert.

Der Ypos-Inflationscheck zeigt klar und deutlich, dass Sparer real mit Sparbüchern, Staatsanleihen und Tagesgeld ihr Vermögen eindampfen – das geht nicht langsam, sondern schleichend, dafür aber nachhaltig.

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

5 Comments

  1. Die Jungen zahlen nur bedingt für die Alten, es zahlen nämlich alle, die Beiträge aus ihren Löhnen in die gesetzl. Rentenversicherungs einzahlen, also auch die älteren Arbeitnehmer. Es müssen immer die jeweilig Arbeitenden die jeweilig nicht Arbeitenden finanzieren, bis auf die, die keine Beiträge zur GRV leisten, die lassen sich dann auch noch alimentieren. Herr Mackenroth erklärt es:
    http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/071128_mackenroth.pdf

    Antworten

  2. Helmut Achatz 15. Juli 2015 at 13:46

    Dumm nur, dass unser Rentensystem nach dem Umlageverfahren funktioniert, das heißt, die Jungen zahlen für die Alten. Wenn immer weniger Junge geboren werden, haben die Alten das Nachsehen – die sich übrigens um den Nachwuchs kümmern müssen. Und momentan liegt Deutschland was den Nachwuchs betrifft weltweit an absolut letzter Stellen. Da läuft mächtig viel schief in dear old Germany

    Antworten

  3. Es ist schon erschreckend zu sehen, wie sich das ganze Thema mittlerweile hier bei uns entwickelt. Menschen, die ihr lebenlang gearbeitet haben, geraten immer mehr in die Altersarmut. Das muss endlich verhindert werden, denn jeder sollte das Recht haben, im hohen Alter in Ruhe leben zu können.

    Antworten

Kommentar verfassen