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Was treibt Frauen um, die noch spät Kinder bekommen – gewollt oder ungewollt? Die Rede ist von Annegret Raunigk. Wohlgemerkt, sie hat schon 13 Kinder und wollte noch vier weitere. Dabei ist die Berlinerin 65 Jahre alt. Mit Blick auf die alte Mutter drängt sich die Frage auf, was sie wohl dazu erwogen hat.
Ist sie aufs Muttersein versessen? Dem Fernsehsender RTL soll Annegret Raunigk verraten habe, dass ihre jüngste Tochter Lelia sich ein Geschwisterchen gewünscht habe. Und weil das angeblich so ist, habe sie sich in den vergangenen anderthalb Jahren mehrfach im Ausland – und eben nicht in Deutschland, wo diese Praxis verboten ist – durch Eizellen- und Samenspende künstlich befruchten lassen. Sprich, weder das Ei stammt von ihr, noch der Samen von ihrem Mann oder Lebenspartner. Sie hat das medizinisch Machbare ausgereizt.

Die Vierlinge, Neeta, Dries, Bence und Fjonn, sind auf der Welt – viel zu früh. Sie sind 14 Wochen vor dem offiziellen Geburtstermin durch Kaiserschnitt geholt worden. Die Winzlinge wiegen kaum mehr als ein Kilo. Zurzeit werden sie wohl noch auf der Frühchenstation auf dem Campus Virchow der Berliner Charité versorgt.

Das „Westfalen-Blatt“ geiselte das Verhalten Raunigks. Annegret Raunigk versündige sich an ihrem Nachwuchs.

Eine normale Mutter haben die Kinder nicht – wenn sie volljährig sind, ist Annegret Raunigk 83 oder schon tot. Ein richtiger Vater fehlt bereits dann, wenn sie ihren ersten Schrei tun. Selbstverwirklichung hat da ihre Grenzen, wo sie andere massiv mitbetrifft. Wissenschaftler interpretieren diese Fixierung in dem Sinne, dass solche Frauen Wesen brauchen, die von ihnen abhängig sind, ihnen gehören, ihren Selbstwert stärken. Solange es sich um schutzbedürftige ‚Würmchen‘ handelt, ist alles in Ordnung. Aber wenn der Nachwuchs selbständig wird, pubertiert und aus dem Haus strebt, verlören diese Mütter ihren zentralen Lebensinhalt, heißt es. Eine neue Schwangerschaft fülle dann die Lücke. Sollte dies auch in Deutschland erlaubt sein? Nein, der Staat ist gut beraten, die Grenzen der Schöpfung nicht endlos auszuweiten und dadurch fragwürdiges Verhalten noch zu fördern. Der gesunde Menschenverstand, der davon ausgeht, dass eine Frau mit 65 Jahren zu alt für eine Schwangerschaft ist, stellt manchmal den besseren Maßstab dar als das medizinisch Machbare.

Wer so ein bisschen googelt, stößt zwangsläufig auf einen Artikel des „standart.at“ vom 22. Oktober 2010, in dem bedauerte Raunigk, „dass sie nie einfach für sich sein kann – es ist wie ein Endlosprogramm; Ich komme aus dieser Mutter-Verantwortung nicht raus.“ Damals gings es um ihre jüngste Tochter Lelia und deren Geburt, als die Mutter 55 war. Genau diese Mutter-Verantwortung hat sie jetzt potenziert – was für eine Logik!

Die Welle des Interesses schwabte hoch – in unserer reizüberfluteten Welt dürfte sie jedoch bald wieder verebben. Hier der Google-Suchtrend

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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