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Mal ehrlich, den Satz “Über Geld spricht man nicht” kennt jeder. Die Deutschen sind “g’schamig”, wie das so schön auf bayrisch heißt, wenn es um das Thema Geld geht, entsprechend niedrig ist das Finanzwissen hierzulande. Viele haben auch schlicht und einfach keine Lust, sich mit Geld zu beschäftigen. Schade, aber das ist der Ist-Zustand in Deutschland. Alles nur gefühlt – oder ist es wirklich so? Nicht nur gefühlt, wie einige Studien belegen. Aktuell hat die Postbank wieder eine entsprechende Studie aufgelegt, die der “Welt am Sonntag” wohl vorliegt. Das Ergebnis ist vielleicht nicht ganz verwunderlich: “Die Grundeinstellung zum Geld ist von überholten Vorstellungen geprägt, das für die Altersvorsorge so wichtige Thema ist den Menschen lästig, und beim Finanzwissen tun sich fatale Lücken auf”, so die “Welt am Sonntag”.

Dabei wäre es dringend notwendig, über Geld nachzudenken, denn für Tagesgeld gibt es nur noch Mickerzinsen, Immobilien haben mittlerweile Preise erreicht, die vielen die Sprache verschlägt – und Anleihenrenditen sind am Boden: Deutsche Staatsanleihen kommen im Schnitt auf eine Rendite von weniger als ein halbes Prozent. Aktie sind fast schon alternativlos, wobei das Wort “alternativlos” mittlerweile ziemlich verbraucht ist. Trotzdem, ohne Aktien lässt sich ein Vermögen weder erhalten noch vermehren, die Inflation eingerechnet. Das ist vielen Deutschen jedoch nicht bewusst, wie die Postbank-Studie wieder einmal belegt.

Nur wenige beschäftigen sich gern mit Geld

Offenbar ist das Thema der “Welt am Sonntag” zufolge “vor allem für Menschen mit weniger Geld schambesetzt”. So richtig gern beschäftigen laut Studie nur 9,3 Prozent, “mehr als die Hälfte der Befragten lediglich in dem Maße, in dem es für sie notwendig ist”.

Das meiste Wissen haben übrigens gerade die 50- bis 59Jährigen, während die Altersgruppe von 30 bis 39 besonders wenig über Geldanlage weiß, so die Studie. Aber genau letztere Gruppe hätte es besonders nötig, da ihre gesetzliche Rente sicher geringer ausfallen wird und sie deswegen rechtzeitig vorsorgen müsste.

Unterschied zwischen Männer und Frauen

Noch etwas ist ganz interessant: Ein Unterschied klafft laut Studie auch zwischen Männern und Frauen. Frauen, die vielleicht nicht ganz so erfolgreich sind, reden eher über das Thema als Männer in der gleichen Lage. Offensichtlich fühlen sie sich weniger herausgefordert als Männer und sind eher bereit, über Gelddinge zu reden.

Posted by Helmut Achatz

Vorruheständler, Journalist, Börsianer, Vorstand VHS Olching, Wirtschaftsingenieur,

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